Der Staat ist ein Moloch

07. Februar 2010

schaeuble

Was ist die Lieblingsbeschäftigung der Politiker? Geld ausgeben. Natürlich nicht ihr eigenes. Sondern jenes, das sie den Arbeitenden abgeknöpft haben. Aber sie geben nicht nur das Geld aus, das hereinkommt, sondern das der zukünftigen Generationen. Unter dem Motto “hinter mir die Sintflut”. Was in zehn, 15 Jahren ist, brauchen sie nicht mehr zu verantworten, da stellen sie sich nicht mehr der Wahl.

Die Staaten sind pleite

Die Steuerbelastung ist bereits extrem hoch, aber die Staaten benötigen dringend Geld, viel Geld. Sie gehen am Rand der Pleite spazieren. Jede öffentliche Tasche wird mehrmals umgedreht, ob nicht doch etwa ein Cent zu finden wäre. Genau so verhält sich die deutsche Regierung. Auf der Suche nach Geld greift sie zum unlauteren Mittel des Ankaufs von gestohlenen Daten vermutlicher Steuerhinterzieher, die ihr Geld in der Schweiz gebunkert haben. Moralisch stellt sie sich damit auf die Ebene der Steuerhinterzieher, die ebenfalls unrecht handeln.

Das Bankgeheimnis ist am Ende

“Das Bankgeheimnis ist am Ende”, verkündet der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (Bild) in einem Interview mit der “Süddeutschen Zeitung”. Ja, darauf kann er stolz sein. Der Bürger wird vom Staat komplett durchleuchtet. Der Staat hat die totale Kontrolle. Wehe, der Bürger hält sich nicht an die Vorschriften und fährt zum Beispiel zu schnell mit dem Auto. Strafzettel. Wehe, er hat in der Kurzparkzone um 15 Minuten zu lange geparkt. Strafzettel. Wehe, er hat Geld. Der Fiskus kontrolliert die Bankkonten. Ständig wird vom freien und mündigen Bürger gesprochen, doch die Wahrheit ist, dass er entmündigt und unfrei gehalten wird. Der Staat darf alles, der Bürger darf gehorchen, sein Geld abliefern und noch Danke sagen, wenn beispielsweise das Kindergeld um zehn Euro erhöht wird.

Alle Parteien verhalten sich gleich bzw. ähnlich

Das Trauerspiel dabei ist, dass es in Wahrheit egal ist, wer regiert. Ob Grüne, Sozialdemokraten, Christdemokraten oder Liberale, sie verhalten sich prinzipiell gleich bzw. ähnlich. Alle basteln am Moloch Staat, der die Bürger gängelt. Freiheit? Nur eine hohle Phrase.

“Mit Zwang lässt sich kein aufgeklärter Islam erreichen”

04. Februar 2010

burka

Gegen ein gesetzliches Burka-Verbot, wie das in Frankreich eingeführt wird, spricht sich der katholische Publizist und Mitbegründer der “Plattform Christen und Muslime”, Heinz Nußbaumer, aus. In einem sehr klugen Kommentar für die Ö-1-Radiosendung “Religion aktuell” weist Nußbaumer, der frühere Pressesprecher von Bundespräsident Thomas Klestil, auf die Religionsfreiheit in Österreich hin und dass der Islam hierzulande seit beinahe 100 Jahren  gesetzlich anerkannt sei. “Jeder kann hier anziehen, was er will, solange er nicht dazu gezwungen wird und nicht die Rechte Anderer verletzt.”

Ein Anlaßgesetz ganz ohne Anlaß löst gar nichts

Das Tragen der Burka sei keine religiöse Forderung im Koran und im Unterschied zum Kopftuch sicherlich auch kein Symbol eines neuen Selbstbewusstseins junger muslimischer Frauen, sondern “zumeist ein schlimmes Relikt beduinischer Männergesellschaften, das sich hoffentlich bald überlebt”. Zugleich werde sie aber rasch zum “Kampfobjekt”, meint Nußbaumer, “wenn wir Nicht-Muslime es zu eienr Bedrohung hochstilisieren”. Niemand werde die Burka und die Unterdrückung von Frauen schönreden, aber ein Anlaßgesetz ganz ohne Anlaß “löst gar nichts”. Es belohne nur die politisch Falschen und frustriere die ohnehin Belasteten. Viele der im Westen lebenden Muslime - Frauen und Männer - würden unter hohem Zeitdruck einen schwierigen Prozeß der Selbstfindung in der westlichen Zivilisation durchlaufen und seien Tag für Tag in ihren Traditionen und alten Sicherheiten bedroht.

Verbot treibt die Betroffenen in die Isolation

Wer diesen Prozeß - etwa durch ein Burka-Verbot - von außen abkürzen wolle, der sei schlecht beraten und würde “die wenigen Betroffenen noch mehr in die Isolation treiben, aber viele ihrer Glaubensbrüder und Glaubensschwestern in eine fatale Solidarität zwingen. Nußbaumer plädiert für Geduld, “denn mit Zwang lässt sich kein aufgeklärter Islam erreichen”. Und er weist darauf hin, dass er Burka-Trägerinnen - außer bei Touristinnen und in den Medien - in Österreich kaum je gesehen habe.

Schwarz-blau scheiterte an der eigenen Schwäche und Überheblichkeit

04. Februar 2010

porsche

Was hat Schwarz-blau wirklich gebracht? Zehn Jahre nach dem Start von Wolfgang Schüssels ÖVP-FPÖ-Koalition bewegt diese Regierung noch immer die Gemüter. Eines ist unumstritten. Schwarz-blau war ein mehrfacher Tabubruch. Es ist in der Tradition der Zweiten Republik unüblich, dass der Parteichef der drittstärksten Partei den Kanzler stellt. Es ist unüblich, dass die stärkste Partei der Wahl 1999, die Sozialdemokraten, in die Opposition geschickt wurden. Es war ein Tabubruch, dass Schüssel die Partei des rechten Gottseibeiuns Jörg Haider in die Regierung holte.

Die Regierung Schüssel I war erfolgreich

Unter dem nationalen und internationalen Druck leistete Schwarz-blau in ihrer ersten Regierungsperiode Erstaunliches. Sie setzte wirklcihe Reformen um. Das Budget wurde saniert, eine Pensionsreform gegen heftigsten Widerstand beschlossen. In der Dimension sei sie zuwenig radikal gewesen, meinte Schüssel heute rückblickend auf die Frage, was er im Nachhinein anders machen würde. Polizei und Gendamerie wurden zusammengelegt, in Ministerien, die unter der jahrzehntenlangen Herrschaft der SPÖ standen wie das Innenministerium, wurde aufgeräumt. Die Bürger honorierten die Reformbereitschaft mit der Bestätigung bei der Nationalratswahl 2002.

Je länger Schwarz-blau im Amt war, umso müder wurde die Koalition

Doch je länger Schwarz-blau regierte, umso müder wurde sie in ihrem Reformeifer. Das Nulldefizit wurde nicht wieder erreicht, die Verschuldung sank kurzzeitig sogar auf über vier Prozent. Aus der Stärke, gegen den Widerstand im In- und Ausland politisch überlebt zu haben, wurde Überheblichkeit. Jegliche Kritik wurde abgeschmettert, es wurden einsame Entscheidungen getroffen. Der Ankauf der Eurofighter wurde zum Bumerang, der wesentlich zur überraschenden Abwahl 2006 beitrug. Der PR-Auftrag an den ehemaligen Haider-Intimus Gernot Rumpold ließ den Verdacht von Parteienfinanzierung aufkommen. Walter Meischberger kassierte bei Projekten wie dem Verkauf der Bundeswohnungen mit, für deren Abwicklung sein Freund Finanzminister Karl Heinz Grasser zuständig war. Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer verrechnete der Partei enorme Summen, die sie für Kleiderkäufe ausgegeben hatte.

Personenkult konnte inhaltliche Schwäche nicht überdecken

Die Rechnung wurde am Wahltag präsentiert. Die ÖVP meinte, es genüge, wenn sie allein auf Kanzler Wolfgang Schüssel setze. Inhaltlich war Schwarz-blau ausgeronnen. Der Personenkult um Schüssel konnte das nicht zudecken. Und moralisch war sie auch fertig. Die FPÖ hatte sich in zwei Parteien gespalten. So kam es, wie es kommen musste. Überraschend zwar, aber - wie man heute sehen kann - doch gerechtfertigt. Schwarz-blau scheitere nicht an der Stärke der Gusenbauer-SPÖ, sondern an der eigenen Schwäche und Überheblichkeit.

Apple-Chef Steve Jobs: “Bleibt hungrig und unangepasst!”

02. Februar 2010

jobs

Die für mich bemerkenswerteste Rede, die in Gerhard Jelineks Buch “Reden, die die Welt veränderten” (ecowin-Verlag) enthalten ist, ist jene von Steve Jobs. Jobs ist Gründer und Vorsitzender von Apple, er hat mit seinen Laptops, i-Phones und i-pods neue Maßstäbe gesetzt. Er hielt diese Rede bei der Abschlußfeier für Studenten der Stanford-Universität am 12. Juni 2005.

Lebe jeden Tag so als wäre es dein letzter!

“Als ich 17 Jahre alt war, habe ich ein Zitat gelesen, das so oder ähnlich lautete: Wenn du jeden Tag so lebst, als wäre es dein letzter Tag, wirst Du irgendwann Recht behalten. Dieser Satz hat mich ziemlich beeindruckt. Und seither, während der vergangenen 33 Jahre, betrachtete ich mich jeden Morgen im Spiegel und frage mich: Wenn das heute der letzte Tag meines Lebens wäre, würde ich das mögen, was ich heute tun werde? Und wenn die Antwort über einen längeren Zeitraum Nein war, dann war mir klar: Ich musste etwas ändern.

Im Angesicht des Todes ist alles bedeutungslos

Die Vorstellung, eines Tages tot zu sein, ist das wichtigste Werkzeug, um mir bei den großen Entscheidungen des Lebens zu helfen. Alles, beinahe alles - jede äußere Erwartung, jeder Stolz, jede Furcht vor Versagen oder Enttäuschung - all das ist angesichts des Todes bedeutungslos. Es bleibt nur das, was wirklich zählt. Der Gedanke an den Tod ist das beste Mittel, einer Falle zu entkommen: Der Angst, etwas zu verlieren zu können. Wir sind schon jetzt nackt. Es gibt keinen Grund, nicht seinem Herzen zu folgen.

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Vor rund einem Jahr wurde bei mir Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Ich wusste damals gar nicht, was die Bauchspeicheldrüse ist. Die Ärzte sagten mir, diese Form einer Krebserkrankung sei mit großer Wahrscheinlichkeit unheilbar, sie gaben mir noch drei bis sechs Monate zu leben. Die Ärzte empfahlen mir, nach Hause zu gehen, und meine Angelegenheiten zu regeln. Das bedeutet, seinen Kindern in wenigen Monaten das alles zu erzählen, was man die nächsten zehn Jahre tun wollte. Es bedeutet, alles so einzurichten, dass deine Familie es auch ohne dich möglichst leicht haben würde. Es bedeutet, Abschied zu nehmen.

Heute geht es mit wieder gut

Ich habe mit dieser Diagnose den ganzen Tag gelebt. Am Abend wurde eine Gewebeprobe entnommen und dabei stellten die Ärzte unter dem Mikroskop fest, dass ich eine ganz seltene Form des Bauchspeicheldrüsenkrebs hatte, die durch eine Operation heilbar sein könnte. Ich wurde operiert. Und es geht mir heute gut.

Niemand will sterben

Nie war ich dem Tod näher. Und ich hoffe, dass ich die nächsten paar Jahrzehnte nicht mehr so nahe an ihn herankomme. Da ich das Ganze überstanden habe und der Tod jetzt für mich mehr als ein rein intellektuelles Konzept ist, kann ich euch heute mit Gewissheit sagen: Niemand will sterben.

Der Tod ist die beste Erfindung des Lebens

Selbst Menschen, die in den Himmel kommen möchten, wollen nicht sterben, um dorthin zu gelangen. Und dennoch, der Tod ist die Endstation für uns alle. Niemand ist ihm bisher entkommen. Und so soll es sein, denn der Tod ist die mit Sicherheit beste Erfindung des Lebens. Er ist der Erneuerer des Lebens. Der Tod beseitigt das Alte und schafft Platz für das Neue……..

Folgt dem Herzen und den Eingebungen!

…….Eure Zeit ist begrenzt, vergeudet die Zeit nicht, indem ihr das Leben anderer lebt. Tappt nicht in die Falle von Dogmen, das wäre ein Leben nach dem Denken anderer Leute. Lasst den Lärm der anderen Meinungen nicht eure innere Stimme übertönen. Und ganz wichtig: Habt den Mut, eurem eigenen Herzen und Eingebungen zu folgen. Sie wissen irgendwie bereits, was ihr wirklich werden möchtet. Alles andere ist zweitrangig.

Bleibt hungrig, bleibt unangepasst.”

Pfarrer Wagner ist ein zweiter Kurt Krenn

01. Februar 2010

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Was bewegt nur diesen Mann? Gerhard Maria Wagner, Pfarrer von Windischgarsten und verhinderter Linzer Weihbischof, reitet neuerlich verbale Attacken. Im Kurier vom Sonntag (31.1.2010) meinte er auf die Frage, ob das Erdbeben von Haiti eine Strafe Gottes sei: “Gott lässt sich nicht in die Karten schauen. Aber es ist schon interessant, dass in Haiti 90 Prozent Anhänger von Voodoo-Kulten sind.” Diese Antwort Wagners ist insofern nicht wirklich überraschend, da er schon vor einigen Jahren gemeint hatte, die Überschwemmungskatastrophe von New Orleans sei eine Strafe Gottes für den dortigen Sündenpfuhl, bestehend aus Schwulen und Prostituierten (Bordellen).

Es fehlt an Intelligenz und Hausverstand

Wer solche Aussagen tätig, muss damit rechnen, dass man sowohl an seiner Intelligenz als auch an seinem Hausverstand zweifelt. Er muss gewärtigen, dass er an jenen Worten gemessen wird, mit denen er die anderen richtet. So meinte er kürzlich im Programmheft der “Resonanzen”, dem Festival für Alte Musik, in einer Generalkritik, dass in der  Diözese Linz der Hut brenne. Nach den Distanzierungen durch Bischof Ludwig Schwarz und Generalvikar Severin Lederhilger ist es vielmehr so, dass der Hut Wagners brennt. Die Probleme seien offensichtlich, hatte Wagner gemeint. Doch das wirkliche Hauptproblem dürfte er selbst sein. Eigentlich schweige die Kirche, hatte er gesagt, und decke die Leichen, die im Keller lägen, zu.  Nein, zu Wagner schweigt die Kirche nicht. Sie nimmt Stellung und distanziert sich von ihm. Der Mann hat ein Problem. Er meint, nur er allein sei die wahre Kirche, alle anderen seien Sünder, Abtrünnige und Ketzer. Und zu den von ihm benannten Leichen im Keller gehört er selbst. Eine Leiche, die immer wieder aufersteht und alle in Schrecken versetzt.

Wer ist hier der “abgehauste Priester”?

Wagner verstieg sich verbal so weit, dass er seine Kollegen im Priesteramt als “abgehauste Priester” diffamierte. Er warf ihnen vor, die Diözese zu regieren. Nein, lieber Gerhard Maria, so etwas tut man nicht! Man pinkelt die Brüder im Amt nicht öffentlich an! Und das tut man schon gar nicht. Sie zuerst anpickeln und ihnen dann vorwerfen, sie würden stinken. Auch hier stellt sich die Frage, wer denn als Priester wirklich abgehaust hat?

Wagner hinterlässt verbale Misthäufchen

Wagner prangert Missstände an, die er selbst herbeiführt. Wann wird nun gegen die verbalen Misthäufchen, die der Pfarrer von Windischgarsten als ekelige Duftnoten regelmäßg hinterlässt, vorgegangen? Pfarrer Friedl musste wegen seines Bekenntnisses zu seiner Lebensgefährtin zum bischöflichen Rapport. Wann wird Wagner vorsprechen?

Wagner möchte bedeutend sein

Die Frage ist auch, warum sich Wagner ständig öffentlich zu Wort meldet? Er ist ein Landpfarrer, damit hat es sich. Er hat wohl Lust gefunden, in der Öffentlichkeit scheinbar bedeutend zu sein. Dass er von den Medien zur Inszenierung auflagensteigender Spektakel benutzt wird, ist ihm nur recht. Er hat Lust und Freude an der öffentlichen Polarisierung gefunden. Er bekommt jene Bedeutung, zu der er sich berufen fühlt. Wie einstmals Kurt Krenn.

Die Krankenkassen sollen zur Fitnesskarte dazuzahlen

29. Januar 2010

fitness

Das Zusperren des beliebten Linzer Fitnesscenters pueblo provoziert die Frage nach der Vorsorge in unserem Gesundheitssystems, das an die Grenzen der Finanzierbarkeit angelangt ist.

Eine Hiobsbotschaft! Das beliebte Fitnesscenter pueblo in der Nähe des Pleschingersees in Linz sperrt zu. Am Sonntag, den 31.1. 2010 ist Schluß. Konkurs, heißt es. Es ist jammerschade. Auch wenn seit Jahren nichts mehr investiert wurde, ist es doch bei den Kundinnen und Kunden der Lage wegen sehr beliebt. Die großen Vorteile: Das Fitnesscenter ist geräumig und es liegt fast direkt an der Donau. Für die Läuferinnen und Läufer ist ideal zum Starten, sie sind sofort am Donauradweg.

Was wird tatsächlich für die Vorsorge gemacht?

Der Konkurs macht nachdenklich. Denn einerseits wird von den Verantwortlichen bei jeder Gelgenheit die Wichtigkeit der Gesundheit betot, aber andererseits wird wenig getan um sie zu fördern. Die Millionen und Milliarden rinnen lediglich in die Reparatur der Krankheiten. Die Spitäler, die auf sehr hohem Niveau sind, verschlingen Unsummen. Dazu kommen die Kosten der Kurheime, die vielen Arztbesuche der Patienten. Für die Vorsorge wird ein verschwindend geringer Prozetnsatz ausgegeben.

Wer sich ertüchtigt, wird seltener krank

Was wäre zum Beispiel, wenn die Krankenkassen jedem regelmäßigen Besucher eines Fitnesscenters 20 Euro zur Monatskarte dazuzahlen? Wer sich über das ganze Jahr hin regelmäßig ertüchtigt, ist seltener krank. Die Wahrscheinlichkeit, dass er einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleidet, ist viel geringer. Die Kosten, die der Zuschuß zur Fitnesskarte verursacht, wären schnell eingespart. Die Krankenstände würden zurückgehen, wovon auch die Firmen profitieren würden. Trainierte Mitarbeiter sind nicht nur körperlich, sondern auch mental stärker und gesünder. Dadurch verfügen sie über ein besseres Auftreten. Auch die Unternehmen sind eingeladen, die Fitness ihrer Mitarbeiter zu unterstützen. Es gibt einige, die das bereits machen. Nicht aber die öffentliche Hand.

Die Diskussion um die Kosteneinsparungen greifen zu kurz, es braucht einen generellen Umbau

Die derzeitige Diskussion um die Sanierung des Gesundheitssystems greift zu kurz, weil sie zu wenig an die Wurzeln der Probleme herangeht. Sie reduziert sich auf Fragen der Beitragserhöhung und der Einsparungen. Die Diskussion muss tiefer gehen, nämlich in die Richtung, wie kann ich eine Gesellschaft fördern, in der die Menschen möglichst wenig erkranken.

Reden, die die Welt veränderten

28. Januar 2010

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Es sind oft wenige Worte, die entscheiden. Reden, die Geschichte schreiben. Reden, die den Lauf der Welt verändern.

Jesus Christus, Bertha von Suttner, Marie Curie, Joseph Goebbels, Kaiser Hirohito, Leopold Figl, Bruno Kreisky, Margaret Thatcher, Helmut Kohl, Emmeline Pankhurst, Mahatma Ghandi, Wladimir Iljitsch Lenin, Martin Luther King, Nelson Mandela. Oft bleibt von großen Leben ein Satz: Winston Churchill und sein „Blood, toil, tears, and sweat“, John F. Kennedys Bekenntnis „Ich bin ein Berliner“ oder Ronald Reagans Aufforderung: „Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder.“

“Yes, we can!”

Der jetzige amerikanische Präsident Barack Obama verdankt seinen beispiellosen Erfolg vor allem drei Worten: „Yes, we can!“ Er hat damit die Stimmungslage einer Generation und den Nerv der Zeit getroffen. Der zuvor weithin unbekannte Senator katapultierte sich mit einer Rede auf dem Parteitag seiner demokratischen Partei in Boston ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit.

Auch Lügen machten Geschichte

Eine große Rede spiegelt nicht immer die Wahrheit einer Epoche wider, es sind auch die großen Lügen, die Geschichte machen. Worte haben Kriege begonnen und Frieden geschaffen. Und sie künden von großer Weisheit – oder fatalen Irrtümern, wie Neville Chamberlains „Friede in unserer Zeit“-Rede, nachdem er mit Hitler 1938 das Münchner Abkommen geschlossen hatte. Dieses Buch handelt von Reden, die Geschichte gemacht haben und es beschreibt die Geschichte dieser Reden.

Hördokumente

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Der Autor Gerhard Jelinek (Bild) präsentiert sein Buch am Dienstag, den 2. Februar, um 19.30 Uhr bei Thalia Linz-Landstraße. Der profilierte ORF-Journalist, er war unter anderem Leiter der Sendung “Report”, wird im Gespräch mit Josef Ertl die Hintergründe der großen Reden erläutern. von manch wichtigen Reden wird er Hördokumente bem Publikum vorspielen. 

Minarettverbot Zeichen gegen den Machtanspruch des Islam

27. Januar 2010

 minarett

Ein interessantes Ergebnis ergibt die Analyse der Universität von Bern über die Schweizer Volksabstimmung zum Verbot von Minaretten (das Bild zeigt das Minarett von Wangen). Die Stimmbürger, die sich Ende November 2009 mit 57,5 Prozent der Initiative zum Bauverbot von Minaretten angeschlossen haben, wollten damit ein Zeichen gegen die Verbreitung des Islams in der Schweiz setzen. Das bedeutet aber nicht, dass die Muslime in der Schweiz generell abgelehnt werden, so die Studienautoren der Abteilung Kommunikation der Universität Bern. 

Linke für Minarette, Rechte dagegen

Das Stimmverhalten war stark vom Links-Rechts-Gegensatz geprägt: Die Linke lehnte sie mit über 80 Prozent Nein-Stimmen deutlich ab. Die Rechte stimmte ihr fast ebenso klar zu. Entscheidend für den Ausgang war deshalb das Verhalten der politischen Mitte. Diese nahm das Minarettverbot im Verhältnis zwei zu eins an. Die Sympathisantinnen und Sympathisanten der Schweizer Volkspartei (SVP) standen nahezu geschlossen hinter der Initiative, die Anhänger der Grünen und der Sozialdemokraten lehnten sie massiv ab.

Christen für Minarettverbot

Von den gesellschaftlichen Merkmalen wirkte sich die Bildung am stärksten auf das Ergebnis aus. Wer als Bildungsabschluss eine Berufslehre vorweisen kann, stimmte zu 76 Prozent mit ja. Wer eine höhere Berufsschule oder eine Hochschule besuchte, war nur zu 48 Prozent respektive 34 Prozent für das Minarettverbot. Sowohl protestantische als auch katholische Christen stimmten zu rund 60 Prozent für die Initiative, religionslose Personen lehnten sie ab.

Zeichen gegen die weitere Ausbreitung des Islam

Bei den Entscheidungsmotiven der Befürworter wurde weitaus am häufigsten gennant, ein symbolisches Zeichen gegen die Ausbreitung des Islam in der Schweiz setzen zu wollen. Etwa jeder sechste Befürworter begründete seine Entscheidung als Reaktion auf die Diskriminierung der christlichen Kirchen in islamisch geprägten Ländern. Konkrete Kritik an den in der Schweiz lebenden Muslimen gaben nur 15 Prozent der Ja-Stimmen als Motiv an. Die Zustimmung zum Minarettverbot kann damit nicht als generelle Ablehnung der in der Schweiz lebenden Muslime interpretiert werden. Zudem erklärte sich eine Mehrheit von 64 Proeznt aller Stimmenden voll oder ziemlich davon überzeugt, dass sich die schweizerische und die islamische Lebensweise gut vertragen.

“Keine Lösung ist auch eine Lösung”

25. Januar 2010

streit

Wie gehe ich mit den “Macken” meines Partners um? Viele Ehen setzten ihre Existenz aufs Spiel bei den Versuchen ihre Eheprobleme zu lösen, meint Arnold Retzer. Viele Ehen würden an der Lösung scheitern (Bild: welt.de). Retzer ist einer der bekanntesten Paartherapeuten Deutschlands und hat das Buch “Lob der Vernunftehe” (Verlag Fischer) geschrieben, das er morgen Dienstag, den 26. Jänner 2010 um 19.30 Uhr bei Thalia, Linz-Landstraße 41, vorstellt.

Den Soll-Zustand auf den Ist-Zusand herunterschrauben

Es gebe zwei prinzipielle Möglichkeiten, Probleme zu lösen. Die übliche: Ist-Zustände auf Soll-Zustandsniveau zu bringen. Die zweite, weniger verbreitete Lösungsstrategie: Den Soll-Zustand auf Ist-Zustandsniveau herunterzuschrauben. Retzer greift zu einem Vergleich. Mitteleuropäer mag das Wetter zu vielen Jahreszeiten des Jahres nicht gefallen. Wenn wir nun zum Beispiel das Regenwetter zu einem Problem erklären, dann müssen wir uns nach Lösungen umschauen. Man könne Sonnentänze veranstalten, Gebete an Sonnengötter richten, etc. In den meisten Fällen werde sich kaum etwas ändern. “Wir gewinnen Energie und Zeit, indem wir uns Tänze, Gebete, etc. ersparen und wir gewinnen neue Möglichkeiten: man kann sich angemessene Regenbekelidung besorgen, vielleicht sogar einen Schirm, in den Süden fliegen……” 

Diei resignative Reife: vom Vertragen zum Ertragen

Dauerhafte Beziehungen haben dauerhafte Probleme, Konflikte und Themen. Sich einen dauerhaften Partner aussuchen heißt, sich ein paar dauerhafte Probleme auszusuchen. “Entscheidend für Erfolg oder Misserfolg der Beziehung ist die Art des Umgangs mit Konflikten…..Es kommt also letztlich nicht darauf an, sich zu vertragen, d.h. Probleme zu lösen, sondern darauf, sich zu ertragen und mit Restriktionen zu leben.” Paare wüßten um diese unlösbaren Probleme, sie bezeichneten sie als “Macken”. Retzer nennt die Fähigkeit, ein Leben, eine Beziehung mit ihren Restriktionen zu ertragen, als resignative Reife.

Kritik fordert die Verteidigungsposition heraus

Vielleicht, so schreibt Retzer, hat man auch die Erfahrung gemacht, dass sich gelegentlich Probleme - fast wie von Geisteshand gesteuert - von selbst lösen, wenn sie nicht mehr den anstrengenden Veränderungsgeboten unterworfen werden. Die Erklärung sei einfach. Ein Partner, der ständig aufgefordert werde, sich zu veärndern, fühle sich, seinen Lebensstil, seine Überzeugungen und seine Autonomie in Frage gestellt. Die Folge: die Verteidigungsmaßnahmen stabilisierten genau das, was angegriffen werde. Lasse man die Angriff, würden auch die Verteidigungsmaßnahmen überflüssig. Veränderung könne möglich werden. Selbst “unlösbare” Probleme könnten sich manchmal in Luft auflösen, wenn man sie nicht zu verändern suche.

Es ist nicht die Aufgabe Österreichs, die Arbeitsmarktprobleme Anatoliens zu lösen

22. Januar 2010

 

anatolien

Soll es eine verstärkte Zuwanderung geben, wie das manche in ihren Leitartikeln oder beispielsweise die Industriellenvereinigung fordert? Die Bevölkerung sagt vermutlich nein, die Bundesregierung sagt ebenfalls nein. Der „Nationale Aktionsplan Integration“ setzt primär auf die Integration der hier bereits ansässigen Zuwanderer und wirkt restriktiv gegen Neuzuwanderung.

Deutschkenntnisse sind unabdingbar

Auch wenn die Grüne Opposition dagegen anläuft, der Vorschlag der Regierung ist in den Grundzügen richtig. Es wurde in den vergangenen 20 Jahren viel zu wenig für die Integration getan. Das muss sich ändern. Von jenen Familienmitgliedern, die im Familienzuzug (also Frauen und Kindern) zuwandern, Grundkenntnisse in der deutschen Sprache zu verlangen, ist überfällig. Ein gutes Bespiel ist die zweitgrößte oberösterreichische Stadt Wels. Es gibt dort viele Türken, die eine Türkin aus ihrer anatolischen Heimat heiraten, wie mir die Welser Sozialstadträtin berichtete. Häufig handelt es sich um von den Eltern arrangierte Ehen. Diese jungen Mädchen können natürlich kein Wort Deutsch. Auch in Österreich wird zu Hause kein Wort Deutsch gesprochen, die Kinder lernen nur Türkisch und kommen somit ohne Deutschkenntnisse in die Schule, wo die großen Probleme beginnen. Aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse haben sie schlechte Schulerfolge und in der Folge sehr schlechte Chancen am Arbeitsmarkt. Ein Teufelskreis, der durchbrochen werden muss.

Der österreichische Arbeitsmarkt wird überfordert

Die Wirtschaftslage ist nicht dazu angetan, die Einwanderung zu fördern. Die Arbeitslosigkeit steigt. Es ist nicht die Aufgabe Österreichs, die Arbeitsmarktprobleme Anatoliens zu lösen. Das schafft die Türkei schon alleine, es ist ein boomendes Schwellenland. Zudem dürfen wir nicht vergessen, dass 2011 die Arbeitsmarktbarrieren für die Osteuropäer fallen. Das heißt, dass die Arbeitnehmer jener osteuropäischen Staaten, die 2005 der EU beigetreten sind, in Österreich arbeiten dürfen. Da haben wir Herausforderung genug, um all diesen Menschen Arbeit und Brot bieten zu können.