
Die Untergangspropheten haben Saison. Der US-Wirtschaftsberater Robert Prechter (Bild) ist überzeugt, dass die Weltwirtschaft in den kommenden sechs Jahren komplett zusammenbrechen wird.
Dow Jones soll um 90 Prozent fallen
Laut seiner Schätzung werde der amerikanische Börsenindex Dow Jones von den jetzt 10.000 Punkten auf unter 1000 Punkte absacken. Damit würden am Aktienmarkt nur ein Zehntel überleben. Parallelen zu den 1930er Jahren sieht er nicht. Es werde viel schlimmer kommen. Als Beispiel nennt er die englische „Südseeblase“ von 1720. Von dieser ersten Spekulationskrise der Geschichte hatte sich die Wirtschaft erst nach über 100 Jahren erholt. In der „New York Times“ sagt Prechter: „Wenn ich recht habe, wird das so ein Schock, dass die Leute noch ihren Großenkeln in vielen Jahren sagen werden: Hände weg von Aktien!“
Prechter hatte mit seinen Prognosen Recht
Man könnte die Meinung von Prechter als unrealistisch abtun, doch der oft prämierte Wirtschaftsguru hat mit seinen Prognosen meist recht behalten. Er beruft sich auf das Konzept der „Elliot-Wellen“. Elliott glaubte, dass alle Krisen genau vorhersehbaren Mustern folgen.
Die großen Börsetrends vorhergesagt
Prechter hat sämtliche großen Börsetrends vorhergesagt: vom Boom der frühen 80er bis zum Zusammenbruch der Immobilienwerte, der die jüngste Krise auslöste. Er will die jetzige Prognose als unverbindlichen Rat verstanden wissen. Gegenüber der New York Times meint er: „Ich sage, der Winter kommt, kauf‘ dir einen Mantel! Andere sagen den Leuten, sie sollen nackt bleiben. Wenn ich mich irre, tut Dir das nicht weh. Wenn sie sich irren, bist Du tot.“
Empfehlung für Staatsanleihen
Laut Prechter gibt es Möglichkeiten, die Krise zu überstehen. Er rät das Vermögen in klassische Geldveranlagungen wie staatliche Schuldverschreibungen umzuschichten. Wer seinem Rat folge, so Prechter, werde ihm in einigen Jahren sehr dankbar sein.
Marc Faber setzt hingegen auf Aktien und steigende Kurse

Eine ganz andere Meinung vertritt der Börsenguru Marc Faber (Bild). In der Juli-Ausgabe von „Focus-Money“ rät er dazu, Aktien zu kaufen. Die Weltwirtschaft werde sich in den nächsten Monaten abschwächen, doch die Börsen könnten sich anders verhalten. Denn die Notenbanken würden bei jedem Einbruch die Börsen wieder mit frisch gedrucktem Geld raushauen. Neben Aktien hält Faber seit längerem Edelmetalle. „Gold und Silber sind die besten Alternativen zu Bargeld.“ Faber glaubt nicht, dass die Kurse in Europa und Amerika das Tief vom März 2009 noch einmal erreichen werden (double dip). Es könne zwar durchaus sein, dass die Kurse um 10 bis 20 Prozent fallen, aber in der heutigen Zeit sei es eher ein Risiko, keine Aktien zu halten. Optimal seien Marktführer mit einer soliden Bilanz. Asien ist für Faber ein zukunftsträchtiger Markt. Ein wachsender Markt und eine wachsende Wirtschaft würden die Aktien nach oben treiben.