Flickschusterei auf der Innkreisautobahn
Freitag, 27. Februar 2009Endlich! Kommende Woche startet die Generalsanierung der Innkreis-Autobahn. Anfang der 80-er Jahre als Nebenverbindung nach Bayern gebaut, hat sie nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989, dem EU-Beitritt Österreichs 1995 und der EU-Osterweitertung 2005 die Westautobahn an Bedeutung längst überholt. Die Verkehrsfrequenz hat sich vervielfacht, doch die Sparversion der Autobahn ist geblieben.
Täglich rollt eine Verkehrslawine durch das Inn- und Hausruckviertel, die ihresgleichen sucht. In der Regel ist die rechte Spur von Lkw verstopft. Der Rest bewegt sich auf der Überholspur und ist froh, wenn 130 km/h erreicht werden. Vergangenen Freitag war es aufgrund des Semesterferieenbeginns besonders schlimm. Um 23.30 Uhr, also kurz vor Mitternacht, fuhr ich in Ried im Innkreis auf, um mich dann in der Kolonne bis nach Linz zu bewegen. Beide Spuren voll. Die einen bezeichnen das als Prüfung, die anderen als Katastrophe.
Der Ausbau der Strecke von einer Sparversion auf eine vollwertige dreispurige Autobahn ist seit Jahren überfällig. Stattdessen wird wieder Flickschusterei betrieben. Die Landes-Grünen haben der ÖVP als Preis für den Koalitionseintritt die Zustimmung abgerungen, die Zweispurigkeit zu belassen. Es ist aber eine Illusion zu meinen, dadurch würde der Verkehrszufluss verringert. Die Lärm- und Abgasbelastung für die Anrainer wird dadurch nicht geringer. Da helfen nur entsprechende bauliche Maßnahmen, die zwar teuer, aber für die Anrainer zu erbringen sind.
Die Sanierung der Innkreisautobahn wird sich über Jahre hinziehen. Die Landtagswahl Ende September lässt jedoch hoffen. Dass sich die dann regierenden Parteien eines Besseren besinnen und Nägel mit Köpfen machen. Die Bewohner des Inn- und Hausruckviertels, die Pendler und die gesamte Bevölkerung haben ein Recht auf eine großzügige, sichere und möglichst abgas- und lärmfreie Verkehrssader.