Archiv für Juni 2009

“Turne bis zur Urne!”

Samstag, 27. Juni 2009

img_3856Dietrich Grönemeyer, Deutschlands populärster Mediziner, war Freitagabend bei Thalia Linz zu Gast.

Ein klares Bekenntnis zur Bedeutung der Bewegung für die Gesundheit legte der bekannte deutsche Arzt und Buchautor Dietrich Grönemeyer Freitagabend (26.62009) bei der Präsentation seines Buches “Grönemeyers neues Hausbuch der Gesundheit” bei Thalia Linz ab. ”Turne bis zur Urne!” lud der aus Bochum stammende Arzt und Professor für Mikrotherapie die rund 250 Zuhörer ein.

Bewegung macht auch den Kopf und die Psyche frei

Bewegung mache auch den Kopf und die Psyche frei, so Grönemeyer. Laufen sei ideal. Aber auch kleine Bewegungen wie auf einem Bein stehen, gleichzeitig Kniebeugen zu machen und symbolisch die Zähne zu putzen seien gut. Weiters empfiehlt er Tai-Chi, Qigong und Yoga. Als weitere wesentliche Säulen der Gesundheit nannte Grönemeyer eine gesunde Ernährung und gelebte Verantwortung im Sinne von Lebenskunst.

Der Mensch ist zum Objekt von Interessen verkommen

Er übte grundsätzliche Kritik am Gesundheitssystem. Dei Medizin sei kommerzialisiert worden. Der Mensch stehe nicht mehr im Mittelpunkt, der Patient sei zum Objekt von Interessen verkommen. Er verstehe Gesundheit als das Wohlbefinden der Menschen, der Mensch müsse sich körperlich und seelisch wohlfühlen. Die Medizin behandle aber nur den Körper. So sei zum Beispiel der Rücken auch ein psychosomatisches Organ. Bei Rückenschmerzen stammten 80 Prozent von Muskelverspannungen.

Zeitdruck und Zeitmangel

Fehlende Bewegung, falsche Ernährung und nicht aufgearbeitete psychische Negativerlebnisse ließen den Menschen krank werden. Weitere Faktoren seien Zeitdruck und Zeitmangel und die Unmöglichkeit, sich selbst verwirklichen zu können.

Die Politik versagt bei der Innkreisautobahn

Mittwoch, 24. Juni 2009
Die Demo legte den gesamten Verkehr auf der Innkreisautobahn lahm.

Die Demo legte des gesamten Verkehr auf der Innkreisautobahn lahm.

Ja, sie haben Recht, die Anrainer der Innkreisautobahn. Ihre Forderungen nach einem optimalen Lärmschutz sind angesichts der Tag und Nacht rollenden Verkehrslawine billig. Es ist nun einmal eine Tatsache, dass aufgrund des Zusammenbruchs des Eisernen Vorhangs und der Integration Osteuropas in die EU diese ursprüngliche Sparautobahn sich zu einer internationalen Transitroute entwickelt hat. 

Die Grünen verursachen Probleme, an denen wir Jahre leiden werden  

Die Autobahnholding ASFINAG hat nun mit der Sanierung begonnen. Leider greifen die Pläne zu kurz. Sowohl beim Lärmschutz als auch in der Breite der Autobahn. Das Verkehrsaufkommen erfordert einen dreispurigen Ausbau. Aus falsch verstandener Rücksicht auf die Grünen, die Koalitionspartner in der oberösterreichischen Landesregierung sind, passiert das nicht. Eine politische Fehlentscheidung. So werden heute Fehler gemacht, unter denen sowohl die Anrainer als auch die Autobahnbenutzer Jahre und Jahrzehnte leiden werden. Was soll man zu den Grünen sagen? Sie wollen lieber mit dem Radl fahren. Das ist ihnen unbenommen, aber man kann diese begrüßenswerte Einstellung nicht zum allgemeinen Verkehrsprinzip erheben.Den lärmgeplagten Anrainern kann man nur wünschen, dass sie mit ihren Demonstrationen heute (24.6.2009) in Ort imInnkreis und morgen in Pram Erfolg haben werden.

Katholische Absolutsheitsansprüche

Dienstag, 23. Juni 2009

Teheran liegt viel näher als wir glauben. Römische Absolutsheitsansprüche erinnern an das Verhalten von Ayatollahs.  

Mit Abscheu und Entsetzen blicken wir nach Teheran. Da werden Präsidentenwahlen manipuliert, der Wächterrat muss zugeben, dass es in vielen Städten mehr Stimmzettel als Wähler gegeben hat. Von fast 500 Kandidaten wurden nur vier zur Präsidentenwahl zugelassen, aber selbst dieser Wahlvorgang  wurde gefälscht.

Befehlsempfänger statt Schwestern und Brüder

Wir denken, Teheran ist weit weg. Doch manche Vorgänge in der römisch-katholischen Kirche weisen Parallelen zu den schiitischen Ayatollahs auf. Vor allem der Absolutsheitsanspruch, der keine andere Meinungen zuläßt. Die österreichische Kirche habe Entscheidungen des Papstes in Demut anzunehmen, wurden den Bischöfen in Rom mitgeteilt. Erklärungen der Bischofskonferenz, die Regionalkirche sei zuwenig in die Entscheidung eingebunden, seien unzulässig. Ebenso Abstimmungen wie die der Dechanten, die sich zu beinahe 100 Prozent gegen die Bestellung von Gerhard Wagner zum Weihbischof ausgesprochen hatten. 

Rom stärkt Wagner den Rücken

Den Mund halten und demutsvoll gehorchen, was die römische Weisheit auf die Gläubigen niederprasseln lässt. Das ist das Verständnis des Papstes und der Kurie von ihren Mitarbeitern und Gäubigen. Eine Verhöhung der Begriffe der Schwester und der Brüder, von der die Kirche sonst salbungsvoll spricht. Angesichts dieser Abreibung für die österreichischen Bischöfe ist es kein Wunder, wenn Wagner den Versöhnungsgottesdienst im Linzer Dom schwänzt. Er fühlt sich in seiner Haltung bestätigt. Was soll er da in Linz, wenn ihn die Römer doch unterstützen?

Pfarrer Wagner hat eine Chance vertan

Montag, 22. Juni 2009

Der Versöhnungsversuch des Linzer Bischofs Schwarz ist fehlgeschlagen. 

Gutgemeint, aber ein bescheidenes Echo. Lediglich 400 Gläubige verirrten sich Sonntagnachmittag (21.5.2009) in den Linzer Dom, um am diözesanen Versöhnungsgottesdienst teilzunehmen, zu dem Bischof Ludwig Schwarz geladen hatte. Symptomatisch für den fehlgeschlagenen Versöhnungsversuch war die Abwesenheit des Windischgarstner Pfarrers Gerhard Maria Wagner, dessen ursprüngliche Bestellung zum Linzer Weihbischof den Wirbel ausgelöst hatte.

Stillstand statt Enwicklung bei Wagner

Es gebe nichts zu versöhnen, bleibt Wagner bockig. Die Zurückweisung der ausgestreckten Hand von Bischof Schwarz bestätigt die Einschätzung des Klerus, dass der Windischgarstner Pfarrer für eine Führungsposition nicht geeignet ist. Er bleibt im fundamentalistischen Eck kleben, menschliche Größe beweist er damit nicht. Er würde ganz anders dastehen, hätte er daran teilgenommen. Er hätte mit der Teilnahme die Vorbehalte seiner Gegner widerlegt, er hätte sie beschämt. Diese Chance hat er vertan. Er ist nicht lernfähig, er verweigert sich seiner Weiterentwicklung. Er beharrt auf der Position, ich allein habe Recht, die anderen liegen alle falsch. Stillstand statt Entwicklung.

Kommunikationsproblem mit Friedl

Josef Friedl, der Pfarrer von Ungenach, ist ebenfalls nicht gekommen. Die Anwesenheit hätte auch ihm nicht geschadet. Seine Abwesenheit ist noch eher verständlich, da er die Diözese nicht gespalten hat, sondern die Einhaltung des Zölibats eine Frage der kirchenrechtlichen Disziplin ist.  Zudem ist Bischof Schwarz nicht ganz unschuldig, da er in der Pressekonferenz am Freitag von einer Erklärung Friedls gesprochen hat, von der dieser offensichtlich nichts wußte. Ein kurzes Telefonat zuvor hätte das möglicherweise klären können.  

Die Kirche ist und bleibt eine Monarchie

Somit bleibt die Lage in der Diözese de facto unverändert. Sie spiegelt die allgemeine Lage der römisch-katholischen Kirche weltweit wider. Papst Benedikt XVI. ist eine Enttäuschung. Sein Pontifikat ist die verschärfte Fortsetzung des Kurses von Johannes Paul II. So wie Wagner ist auch Rom nicht lernfähig. Die Bischöfe mussten sich bei ihrem Besuch vergangene Woche beim Papst für ihre Kritik, dass der österreichische Klerus bei der Bestellung Wagners zuwenig gehört worden sei, entschuldigen.  Sie sind zu Kreuz gekrochen. “Wir haben uns entschuldigt, dass wir das so negativ dargestellt haben”, sagte Schwarz. Und der Bischof bestätigte indirekt, dass die Kirche nach wie vor eine Monarchie sei. “Der Papst steht über dem Kirchenrecht.” Mitsprache ist nicht erwünscht.

Das freie Europa wird schikaniert

Freitag, 19. Juni 2009

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Viele Menschen müssen als Touristen erfahren, dass es das gemeinsame, freie Europa nicht wirklich gibt.

Der Österreicher erfahren nun in den Urlaubswochen am eigenen Leib, was es in Wahrheit heißt, Europäer zu sein. Man brauche nun bei Grenzübertritten keine Reisepässe mehr, wurde aus Brüssel verlautet. doch das Gegenteil ist Realität. Bereits beim Einchecken am Flughafen verlangen die Damen an den Schaltern den Paß. Selbst bei Charterflügen. Die Griechen, natürlich EU-Mitgliedsland, sind überhaupt Kontrollweltmeister. So muss zum Beispiel beim Heimflug von Korfu am dortigen kleinen Flughafen gleich fünfmal der Pass vorgezeigt werden. Was das alles mit der versprochenen Personenfreizügigkeit innerhalb der EU zu tun hat, bleibt ein Rätsel. Das ist ja teilweise so schlimm wie am ehemals Eisernen Vorhang  zu den kommunistischen Staaten. Bemerkenswert an den Griechen ist, dass sie zwar die Touristen ganz scharf kontrollieren, ihre Regierung aber jahrelang die EU mit gefälschten Budgetzahlen betrogen hat.

Wo ist der freie Warenverkehr?

Gesetze und Vorschriften müssen eingehalten, sagen die Kontrollore. Das Sonnenmilch-Flascherl muss bei der Kontrolle weggeworfen werden, weil es mehr Volumen enthält als von den Sicherheitsbehörden erlaubt. Mitbringsel wie eine Flasche Wein oder Olivenöl vom Bauern sind im Handgepäck verboten. Aber anders kann man sie nicht transportieren. Dafür kann man diese Dinge ums teure Geld im Flughafenshop kaufen. Die Touristen werden geneppt. Was das mit dem EU-Grundsatz der Warenfreiheit zu tun hat, müssen uns die Brüsseler Kommissare erst erklären.

Abzocke bei den handy-Gebühren statt gemeinsamer Wirtschaftsraum

Völlig im Widerspruch zum proklamierten freien, gemeinsamen europäischen Wirtschaftsraum sind die grenzüberschreitenden handy-Tarife. Was die Telefongesellschaften hier praktizieren, ist ein einziges Abkassieren. Die Kommission bzw. das Parlament haben hier zwar zugunsten der Konsumenten eingegriffen, aber die Maßnahmen greifen zuwenig. Es muss doch genügen, dass beispielsweise grenzüberschreitendes Telefonieren lediglich um 50 Prozent teurer ist als Inlandstelefonie. Die Realität ist ein einziger Nepp.

EU-Verdruss kein Zufall

Der EU-Verdruss vieler Menschen ist kein Zufall. Denn den Seligpreisungen europäischer Politiker steht eine Realität entgegen, dass es das gemeinsame Europa nur ein Papiertiger ist. Von den Segnungen eines angeblichen gemeinsamen Kontinents spürt er herzlich wenig.

Der trottelhafte katholische Wächterrat

Donnerstag, 18. Juni 2009

Die katholischen Reaktionäre haben wieder einmal ihren Skandal: Bei der Linzer Fronleichnamsprozession wurde Fladenbrot statt Oblaten gereicht!  

Jetzt hat es die Linzer Pfarren St. Markus, Christkönig, St. Leopold, Urfahr und Linz erwischt. Weil bei der Fronleichnam-Feier (11.6.2009) vor dem AEC-Museum in Linz Fladenbrot statt Oblaten zur Kommunion verteilt worden ist, um so das Evangelium der Brotvermehrung zu versinnbildlichen, wurden die Pfarren in Rom von reaktionären katholischen Kreisen angeschwärzt. Als Monstranz diente ein Fladenbrot, gehalten von schwarzen Händen auf einer Stange. Damit ging Dechant Helmat Part zu den rund 1000 versammelten Gläubigen.

Kein Verstoß gegen das Kirchenrecht

Diese Gestaltung des Gottesdienstes ging den Reaktionären zu weit. Heftige Kritik war die Folge.  Es stellte sich aber heraus, dass alles vom Kirchenrecht gedeckt ist. Aber Bischof Ludwig Schwarz kritisierte, dass er über diese ungewöhnliche Art der Feier nicht informiert gewesen  ist.

Geistige Nackabatz’ln

Dieses Verhalten der Pfarren sei angesichts der ständigen reaktionären Kritik nicht geschickt gewesen, meint ein Kommentator einer Tageszeitung. Hätte der Journalist Recht, käme das der Respektierung einer Oberaufsicht der Reaktionären gleich. Diese geistigen Nackabatz’ln, wie unsere Professoren im Stiftsgymnasium Wilhering zu sagen pflegten, würden sich bestärkt fühlen, überall herumschnüffeln und Anzeigen über Anzeigen nach Rom senden. Wir würden Zustände wie im Iran bekommen, wo die Mullahs und ihre Machtgremien wie der Wächterrat alles zensurieren und diktieren. Das kann es doch nicht sein! Es würde sich ein katholischer Faschismus entwickeln, der alles beherrscht.   

Wortwörtliche Auslegung

Im übrigen haben sich die Priester wortwörtlich an die Schrift gehalten. Dort heißt es: Er brach Brot und verteilte es an seine Jünger. Es heißt nicht, er brach Oblaten und verteilte es seine Jünger. Und genau das kritisieren jene Leute, die stets für die wortgetreue Auslegung der Schrift eintreten!

Der Gesamtblick fehlt

Und wieso muss bitte der Bischof informiert werden? Dürfen Pfarren und Priester überhaupt keine einzige selbständige Entscheidung mehr treffen? Sind die völlig entmündigt? Der Fall zeigt einmal mehr die tiefe Krise der römisch-katholischen Kirche. Statt es zu begrüßen, dass 1000 Menschen an der Feier teilgenommen haben und sie auf kreative Weise zum Nachdenken angeregt wurden, wird das Ganze zum Skandal hochstilisiert.

Die Krise wird noch tiefer gehen

Angesichts solcher Verhältnisse fragt man sich, ob es der Kirche nicht noch immer viel zu gut geht und die Krise ihren Tiefpunkt noch nicht erreicht hat.

Kein Straßenbau ohne Fuß- und Radwege!

Mittwoch, 17. Juni 2009

b12-rad-grEin Radweg hätte der vierjährigen Kerstin und ihrem Vater das Leben gerettet. Kein Straßenbau mehr ohne separate Fuß- und Radwege! 

Die Gemeinde Mühlheim am Inn ist geschockt. Die vierjährige Kerstin und ihr 24-jähriger Vater Herbert starben am Sonntag (14.6.2009) bei einem Verkehrunfall. Ein 24-jähriger Lenker hatte die beiden übersehen und von hinten gerammt, die zwei waren sofort tot. Mühlheims Bürgermeister Hans Strasser ist entsetzt. Seit Jahren fordert er an die betroffenen Stelle einen Radweg, der bisher aber nicht genehmigt wurde. Denn er würde 300.00o Euro kosten. Wäre der Radweg realisiert worden, würden die beiden Verunglückten wahrscheinlich noch leben.

Die Sicherheit würde für alle erhöht werden

Der traurige Fall zeigt ein grundsätzliches Problem auf. Nach wie vor wird beim Straßenbau zuwenig Rücksicht auf die Fußgeher und die Radfahrer genommen. Die Situation hat sich zwar in den vergangenen Jahren verbessert, ist aber noch immer unzureichend. Wirklich vorbidllich in dieser Hinsicht sind die Niederlande. Es gibt dort faktisch keinen Straßenneubau bzw. Umbau, wo nicht für die Radfahrer eigene Wege errichtet werden. Somit ist allen gedient. Die Sicherheit wird sowohl für die Radler als auch für die Pkw-Lenker deutlich erhöht.

Für einen nachhaltigen Straßenbau

Die Forderung an die Politik ist ganz klar: Es darf in Zukunft keine Straßenum- oder Neubauten ohne entsprechende Fuß- und Radwege gegen! Der Straßenbau wird dadurch zwar kurzfristig teurer, wirkt aber nachhaltig, weil er alle besser schützt und die Lebensqualität erhöht.

Aufbruch zu Freiheit, Stärke und Erfolg

Mittwoch, 17. Juni 2009

Thalia Linz und der Molden Verlag laden ein zur Podiumsdiskussion und zur Buchpräsentation “Unternehmen Selbständigkeit - Ihr Aufbruch zu Freiheit, Stärke und Erfolg”.  Es referieren und debattieren Buchautor Andreas Piewald und die Unternehmer Herbert Huemer (Fa. Xolar) und Christoph Königslehner (HALI Büromöbel) morgen Donnerstag, den 18. Juni 2009 um 19.30 Uhr  bei Thalia Linz, Landstraße 41. Moderation: Josef Ertl.

In Österreich gibt es inzwischen 205.000 Einzelpersonenunternehmen. Die Tendenz ist strak steigend. Immer mehr entscheiden sich für Unternehmertum und Unternehmergeist. Das Credo des Buchautors Andreas Piewald lautet: Nicht die Größe eines Unternehmens bedingt die Qualität der erbrachten Leistungen. Small is beautiful. Piewald sitzt mit Vertretern mit Firmen am Podium, die zeigen, wie man erfolgreiche Unternehmen aufbaut. Christoph Königslehner war Assistent des Generaldirektors der Volksbanken AG, bevor er im Juli 2008 geschäftsführender Gesellschafter der Büromöbelgruppe HALI wurde. Herbert Huemer ist Eigentümer der Xolar-Gruppe aus Eberstalzell. Vor rund 20 Jahren begann er auf der Suche nach Alternativen zur Atomenergie als Ein-Personen-unternehmen in seiner Garage, wo er die ersten Solaranlagen zusammenbaute. Heute ist Xolar mit rund 160 Beschäftigten Marktführer im Solaranlagendirektvertrieb in Österreich.

Ein interessanter Diskussionabend erwartet Sie!

Karas ließ sich billig abspeisen

Montag, 15. Juni 2009

ÖVP-Chef Josef Pröll setzt sich gegen die Wähler durch. Othmar Karas zeigt sich als gehorsamer Parteisoldat.

Nun ist er also beigelegt, der Streit um die Leitung der ÖVP-Delegation im Europaparlament. ÖVP-Obmann Josef Pröll setzte seinen Willen durch und der von den Vorzugsstimmen an dritter Stelle stehende Ernst Strasser wird Delegationsleiter. Othmar Karas, mit mehr als 100.000 Vorzugsstimmen im Rücken, hatte zuvor vollmundig die Gründung einer überparteilichen Europa-Plattform angekündigt.  Und die Partei solle sich etwas einfallen lassen, wie sie mit den Vorzugsstimmen umgehe.

Die unabhängige Plattform verkommt zu einem Büro in der Parteiakademie

Karas ist wie einem Ballon die Luft ausgegangen. Aus der unabhängigen Plattform wird ein Büro in der Parteiakademie, was Johannes Voggenhuber von den Grünen veranlasste, dieser Bühne umgehend abzusagen.  Das Ganze ist mit allen Beteiligten ein unwürdiges Schauspiel. Pröll trifft mit Strasser als Spitzenkandidaten eine Fehlentscheidung, die Partei solidarisiert sich mit Karas und schenkt ihm mehr als 100.000 Vorzugsstimmen. Pröll sieht sich herausgefordert, seine Fehlentscheidung gegen den Willen der Partei durchzudrücken, Karas zeigt sich als Parteisoldat gehorsam und fügt sich. Nach dieser Schlappe wird Karas wohl nie mehr soviele Vorzugsstimmen bekommen.

Der Wähler wird an der Nase vorgeführt

Der Wählerwille spielt keine Rolle in diesem unwürdigen Stück. Da liegt die Wahlbeteiligung schon unter deutlich unter 50 Prozent, weil dem Bürgerwillen keine Änderung und keine Konsequenz in der Europapolitik folgt. Und dann werden jene 100.000 Vorzugsstimmenwähler noch einmal gefoppt. Man fragt sich, warum die ÖVP die EU-Wahl eigentlich gewonnen hat.

P.S. Einen Tag nach der gemeinsamen Pressekonferenz, am Dienstag, 16.6.2009, hat Karas das vereinbarte Büro in der ÖVP-Akademie abgelehnt und betont, wie wichtig ihm die überparteiliche Europaplattform sei.

“Wir müssen den Schleier lüften”

Sonntag, 14. Juni 2009

Necla Kelek - Türkische Frauenrechtlerin

Necla Kelek - Türkische Frauenrechtlerin und Soziologin

Die türkischstämmige Soziologin und Frauenrechtlerin Necla Kelek warnt vor einem Auseinanderfallen unserer westlichen Gesellschaft in einen aufgeklärten, an den europäischen Werten orientierten Teil und in muslimische, den Traditionen verhaftete Parallelgesellschaften. Die bisherigen Integrationsbemühungen seien jedenfalls gescheitert.

Kelek äußerte diese ihre Bedenken bei der Verleihung des Ludwig-Börne-Preises an Frank Schirrmacher, den für das Feuilleton zuständigen Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung FAZ. Die FAZ gab in ihrer Samstagausgabe (13.6.2009) Keleks Rede wider. Sie beschäftigte sich zwar mit der deutschen Situation, ihre Analyse ist aber auch für Österreich zutreffend, weshalb hier die Grundzüge der Rede zitiert werden.

Geschlecherapartheid des Islam

Mit Blick auf ihre Erfahrungen als türkischstämmige säkulare Muslimin in Deutschland wies Kelek darauf hin, dass es trotz der “ungeheuren Summen”, die dafür ausgegeben würden, nicht gut um die Integration bestellt sei: Einwanderer mit türkisch-muslimischem Hintergrund wiesen “die größte Schulabbrecherquote, die geringsten Maturantenzahl, die meisten Menschen ohne Berufsausbildung, die geringste Erwerbstätigenquote und die wenigsten Selbstständigen” auf. Die mangelnde Integration dieser Gruppe drohe “zum zentralen Problem der ganzen Gesellschaft” zu werden. Muslimische Frauen unterlägen auch in Deutschland der “Geschlechterapartheid des Islam”. Ein gesellschaftliches Miteinander entstehe nur durch wertebezogene Gemeinsamkeiten, nicht durch die Aneinanderreihung kulturell abgeschotteter Parallelwelten mit grundsätzlich anderen Normen.

Fortsetzung folgt