“Die Bequemlichkeit ist schon eine Volksseuche”
Montag, 31. August 2009
Wir zehren von der Vergangenheit und sind zu bequem geworden, kritisiert der Dirigent Franz Welser-Möst.
Es gibt selten Menschen, die ungeschminkt die Wahrheit sagen. Franz Welser-Möst, Chefdirigent des Cleveland-Orchesters und ab 2010 Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper, ist so einer. “Die Bequemlichkeit ist im alten Europa beinahe schon so etwas wie eine Volksseuche”, sagt er im Interview mit den Oberösterreichischen Nachrichten (28.8.2009). “Wir zehren seit gut 30 Jahren an dem, was einerseits in Jahrhunderten zuvor und andererseits in kurzer Zeit nach dem Krieg wieder aufgebaut wurde, und wir haben bisher ganz gut davon gelebt. Nun darf es uns nicht wundern, wenn uns allmählich die neuen Wirtschaftsräume im Osten in Wissenschaft und Technik, aber auch in der Kunst, vor allem in der Musik, zu überholen beginnen.”
Ohne inneren und äußeren Kampf wächst man nicht
Talente gebe es zur genüge, so Welser-Möst, “aber, das weiß ich aus eigener Erfahrung, Talent allein ist niemals genug. Um die angeborenen Fähigkeiten wirklich zur Entfaltung zu bringen, bedarf es harter, konsequenter Arbeit. Aber gerade diese Konsequenz, einen gesunden Ehrgeiz und das selbstkritische Erforschen des eigenen Tuns haben wir großteils der Bequemlichkeit und der Spaßgesellschaft geopfert.” Es fehle an der generellen Einstellung zum Arbeiten und Lernen. Durch Konsequenz und zielgereichtetes Denken sei mit den gleichen Ressourcen wesentlich mehr zu erreichen. “Um etwas zu erreichen, muss man wissen, wie man kämpft und dass man ohne diesen inneren und manchmal auch äußeren Kampf nicht wächst. Wir verlangen von den jungen Talenten zu wenig. Fördernund fordern haben nicht nur den gleichen Wortstamm, sondern hängen eng zusammen. Man ist viel zu schnell zufrieden, so erzielt man keine Weiterentwicklung.”
Kühn und zukunftsorientiert statt bequem und konsensual
Zur Frage, ob Kulturausgaben mehrheitsfähig seien, sagt der oberösterreichische Dirigent, dass oft der Sport der Kultur gegenübergestellt werde. “Aber ich glaube, unsere Staatsoper erfährt international mehr Anerkennung als unser Fußball-Nationalteam. Wenn wir immer nur danach gehen, was mehrheitsfähig ist, dann dürften keine Entscheidungen gefällt werden. Hier belügt sich die Politik meist selbst, indem sie in heiklen Situationen lieber den bequemen, scheinbar konsensualen Weg geht und nicht kühn und zukunftsorientiert beschließt. Mir hat zum Beispiel Bundeskanzler Josef Klaus imponiert, als er noch Landeshauptmann von Salzburg dem Ansinnen von Herbert von Karajan nach einem neuen Festspielhaus entgegen kam und meinte: Das wird mich zwei Mandate kosten, aber bauen werden wir es trotzdem.”
Es wird viel zu viel gelogen
Es wird, so Welser-Möst, heute nicht nur politisch viel zu viel gelogen.
Man kann erlittene Demütigungen in Gewalt transformieren oder in Demut, wie das etwa Mahatma Ghandi, Martin Luther King oder der Dalai Lama getan hätten, sagt der Religionswissenschafter James W. Jones.

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Crocs heißen sie, diese unmöglichen Plastikschlapfen mit den Löchern. Sie sind ein Renner, fast jeder hat sie. Man trägt sie im Garten, zum Baden, zum Einkaufen, im Haus, etc. Es gibt sie in allen möglichen und unmöglichen Farben. Aber selbst auf die Gefahr hin, dass ich mich bei vielen unbeliebt mache, diese Crocs sind eine Beleidigung des guten Geschmacks. Ich finde, wer Gummisteifel trägt, trägt Gummistiefel. Die sind praktisch, wenn es nass ist, braucht man sie. Aber Crocs, bitte sehr, was ist denn das? Ein Verschnitt von Gummistiefeln und Holzschlapfen? Ich weigere mich sie anzufassen, geschweige denn sie zu tragen.
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