Archiv für August 2009

“Die Bequemlichkeit ist schon eine Volksseuche”

Montag, 31. August 2009

welser

Wir zehren von der Vergangenheit und sind zu bequem geworden, kritisiert der Dirigent Franz Welser-Möst.

Es gibt selten Menschen, die ungeschminkt die Wahrheit sagen. Franz Welser-Möst, Chefdirigent des Cleveland-Orchesters und ab 2010 Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper, ist so einer. “Die Bequemlichkeit ist im alten Europa beinahe schon so etwas wie eine Volksseuche”, sagt er im Interview mit den Oberösterreichischen Nachrichten (28.8.2009). “Wir zehren seit gut 30 Jahren an dem, was einerseits in Jahrhunderten zuvor und andererseits in kurzer Zeit nach dem Krieg wieder aufgebaut wurde, und wir haben bisher ganz gut davon gelebt. Nun darf es uns nicht wundern, wenn uns allmählich die neuen Wirtschaftsräume im Osten in Wissenschaft und Technik, aber auch in der Kunst, vor allem in der Musik, zu überholen beginnen.”

Ohne inneren und äußeren Kampf wächst man nicht

Talente gebe es zur genüge, so Welser-Möst, “aber, das weiß ich aus eigener Erfahrung, Talent allein ist niemals genug. Um die angeborenen Fähigkeiten wirklich zur Entfaltung zu bringen, bedarf es harter, konsequenter Arbeit. Aber gerade diese Konsequenz, einen gesunden Ehrgeiz und das selbstkritische Erforschen des eigenen Tuns haben wir großteils der Bequemlichkeit und der Spaßgesellschaft geopfert.” Es fehle an der generellen Einstellung zum Arbeiten und Lernen. Durch Konsequenz und zielgereichtetes Denken sei mit den gleichen Ressourcen wesentlich mehr zu erreichen. “Um etwas zu erreichen, muss man wissen, wie man kämpft und dass man ohne diesen inneren und manchmal auch äußeren Kampf nicht wächst. Wir verlangen von den jungen Talenten zu wenig. Fördernund fordern haben nicht nur den gleichen Wortstamm, sondern hängen eng zusammen. Man ist viel zu schnell zufrieden, so erzielt man keine Weiterentwicklung.”

Kühn und zukunftsorientiert statt bequem und konsensual

Zur Frage, ob Kulturausgaben mehrheitsfähig seien, sagt der oberösterreichische Dirigent, dass oft der Sport der Kultur gegenübergestellt werde. “Aber ich glaube, unsere Staatsoper erfährt international mehr Anerkennung als unser Fußball-Nationalteam. Wenn wir immer nur danach gehen, was mehrheitsfähig ist, dann dürften keine Entscheidungen gefällt werden. Hier belügt sich die Politik meist selbst, indem sie in heiklen Situationen lieber den bequemen, scheinbar konsensualen Weg geht und nicht kühn und zukunftsorientiert beschließt. Mir hat zum Beispiel Bundeskanzler Josef Klaus imponiert, als er noch Landeshauptmann von Salzburg dem Ansinnen von Herbert von Karajan  nach einem neuen Festspielhaus entgegen kam und meinte: Das wird mich zwei Mandate kosten, aber bauen werden wir es trotzdem.”

Es wird viel zu viel gelogen

Es wird, so Welser-Möst, heute nicht nur politisch viel zu viel gelogen.

Einstellung der Rundschau stärkte die Oberösterreichischen Nachrichten

Samstag, 29. August 2009

Die Oberösterreichischen Nachrichten konnten einen Teil der ehemaligen Rundschau-Abonnenten gewinnen.

Nun liegen die Zahlen der österreichischen Auflagenkontrolle schwarz auf weiß vor. Die Einstellung der 12 Verkaufsausgaben der OÖ. Rundschau mit Ende 2008 hat die Position der OÖ. Nachrichten gestärkt.  Sie haben bei der Samstag-Ausgabe ihre Abonnenten-Zahl um rund 5000 auf 112.000 Stück gesteigert. Dies ist vornehmlich auf die Einführung der Rieder Volkszeitung und der Warte am Inn als Beilage der Donnerstag-Ausgabe im Innviertel zurückzuführen, die sich als Fortsetzung der mit Jahresende eingestellten Rieder und Braunauer Rundschauen verstehen.  Diese Beilagen sind nur als Abo der OÖN von Donnerstag bis Samstag erhältlich, was zur Steigerung der Samstag-Abos geführt hat. Damit konnten die OÖN rund 5000 der damaligen mehr als 30.000 Rundschau-Abonnenten im Innviertel für sich gewinnen. Oberösterreichweit hatte die Rundschau rund 83.000 Abonnenten.

Leser von der Umstellung enttäuscht

Die Umwandlung der Rundschau-Verkaufsausgaben in die Gratis-Bezirksrundschauen hat die Erwartungen der Leserinnen und Leser nicht erfüllt. Denn die Transformation hat zu einem Verlust in der Berichterstattung sowohl an Quantität als auch an Qualität geführt, die allseits beklagt wird. Dieser Schritt hat die Position der Tipps, der Gratis-Wochenzeitung der OÖN, verbessert.  Die Tipps sind heute uneingeschränkt Marktführer. Nicht verstanden wird auch von den Anzeigenkunden und von den Leserinnen und Leser, dass die Bezirks-Rundschau und die Rundschau am Sonntag streng getrennt auftreten und sich gegenseitig die Kunden abwerben, obwohl sie zu einem Unternehmen gehören.

Anzeigenumsätze fehlen

Wie problematisch die Einstellung der Verkaufsausgaben durch die Tiroler Moser Holding ist, die im Herbst 2008 auf entschiedenen Widerstand der oberösterreichischen Miteigentümer Raiffeisen-Landesbank und ÖVP gestoßen ist, zeigt die Entwicklung der Anzeigenumsätze. Die Neue Zürcher Zeitung veröffentlichte dieser Tage die Zahlen für die Schweiz, die in Österreich ähnliche Dimensionen haben dürften. Die Tageszeitungen verloren heuer rund 20 Prozent ihrer Anzeigenumsätze, die Gratiszeitungen 25 Prozent, die regionalen Wochenzeitungen lediglich sieben Prozent. Wie hart sich die neu strukturierte Rundschau im Anzeigengeschäft tut, ist daran ablesbar, dass sie nun für die Rundschau am Sonntag, die bisher gratis war, “ehrliche 50 Cent” verlangt. Begründung: Die Unternehmen würden weniger inserieren, weitere Kündigungen möchte man vermeiden, deshalb sollten die Leserinnen und Leser 50 Cent zahlen.

Tiroler Träume erwiesen sich als Südseeschäume

Die Entscheidungen der Tiroler Moser Holding haben die Position der Rundschau massiv geschwächt. Ob die Moser Holding in Oberösterreich jemals Geld verdienen wird, steht in den Sternen. Die Holding dürfte selbst finanziell angeschlagen sein. Denn sie geht nun in einem Teil des Styria-Konzerns auf.  Es ist aber noch nicht lange her, dass der Tiroler Vorstandsvorsitzende Hermann Petz erklärt hat, er wolle die Moser-Holding zur Nummer zwei in Österreich noch vor der Styria machen. Nun wurde er aber von den Steirern geschluckt.

Demütigungen werden entweder in Gewalt oder in Demut transformiert

Freitag, 28. August 2009

9-11Man kann erlittene Demütigungen in Gewalt transformieren oder in Demut, wie das etwa Mahatma Ghandi, Martin Luther King oder der Dalai Lama getan hätten, sagt der Religionswissenschafter James W. Jones.

Es ist ein “verhängnisvoller Fehler”, religiös motivierten Terrorismus im Gefolge von 9/11 ausschließlich mit dem Islam in Verbindung zu bringen. Alle Religionen werden zur Rechtfertigung von Gewalt missbraucht. Das betonte der amerikanische Religionswissenschafter und Terrorismus-Experte Prof. James W. Jones im Interview mit der Wochenzeitung “Die Furche”.  Jones war mit seinem Vortrag “Heilige Werte, heiliger Terror” einer der Hauptreferenten des internationalen Religionspsychologie-Kongresses in Wien.

Religion ambivalent und multidimensional

Wie jedes menschliche Verhalten sei Religion ambivalent und “multidimensional”. Sie könne erlittene Erniedrigung in Gewalt transformieren oder aber - wie die Beispiele Mahatma Ghandes, Martin Luther Kings oder des Dalai Lama zeigten - “in etwas Konstruktives”, so Jones. Sie hätten Demütigung “in Demut gewendet”.

Auch das Christentum wird für Gewalt instrumentalisiert 

Gerade die USA seien ein Beispiel dafür, dass auch die christliche Religion als Legitimation für die Gewalt instrumentalisiert wird, sagte der an der Rutgers University in New Jersey lehrende Wissenschafter. Er erinnerte an den Fall eines von militanten Christen in Kansas ermordeten Abtreibungsarztes und wies auf das generell in den USA steigende Interesse an “extremen christlichen Identitätsbewegungen”, darunter neonazistische wie die “Aryan Nations” hin. Sogar religiöse Grenzen würden heute durch die Vernetzungsmöglichkeiten des Internet überschritten. Einer der Proponenten der religiösen Rechten in den USA habe jüngst auf seiner Website zu einer “Allianz der Völker des Buches” aufgerufen und Juden, Christen und Muslime in der Aggression gegenüber Abtreibungskliniken und Schwulenbars zu bündeln gesucht.

Die Erniedrigung muss nicht selbst erlitten worden sein 

Drei Faktoren spielen laut Jones zusammen, dass jemand ein religiöser Terrorist wird: Eine Gemeinschaft von sich erniedrigt fühlenden Menschen, eine Gruppe, die diese Menschen für Gewalt organisieren kann sowie eine religiöse Ideologie zur Legitimation der Gewalt. Die Demütigung muss dabei, wie Jones erklärt, nicht selbst erlitten worden sein. Gerade das Beispiel der 9/11-Terroristen, die zwar äußerlich angepasst, aber im inneren Widerstand im Westen gelebt hatten, zeige das in der Literatur beschriebene Phänomen der “Erniedrigung durch Stellvertretung”.

Die Sehnsucht nach der Mutter

Donnerstag, 27. August 2009

Aus Sehnsucht nach seiner in den USA lebenden Mutter hat ein elfjähriger mexikanischer Junge ganz allein 2700 Kilometer zurückgelegt. Die Polizei fand den den kleinen José Enrique Sánchez in der Stadt Nuevo Laredo, als er in einem Zug die Grenze zu den USA überqueren wollte. Bei der Reise von seinem Heimatort Veracruz aus durchquerte das Kind fast die Hälfte des mexikanischen Territoriums von Süden nach Norden. Er hatte umgerechnet nicht einmal 20 Euro in der Tasche.

Leonard Cohen - eine große Seele

Donnerstag, 27. August 2009

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Der Auftritt von Leonard Cohen Mittwochabend (26.8.2009) in Wiesen war ein einmaliges Erlebnis. Der schmächtige 75-Jährige verfügt über eine Ausstrahlung und ein Charisma, die ihresgleichen suchen. Seine Stimme öffnet der Seele Weiten, die mit Worten kaum zu fassen sind. Er ist zäh und gebrechlich zugleich, seine Auf- und Abgänge von der Bühne sind elegant und leicht. Dabei bewegt er sich wie ein Spring-ins-Feld, was  ausdrückt, welche innere Freude in ihm steckt.

Achtsamkeit und Mitgefühl

Cohen verfügt über Gaben, die heute ganz selten sind. Er ist voll konzentriert, vertieft in seine Lieder und er lebt Demut. Seine Verbeugungen vor seinen Freunden und Mitmusikern sind weder gespielt noch routiniert, sie sind echt und drücken seine Hochachtung aus. Er genießt seine Auftritte und die Aufmerksamkeit seines Publikums. Starallüren sind ihm jedoch fremd. Präzise wie ein Uhrwerk lief das Konzert ab. Er begann pünktlich um acht, wie geplant war um 21.15 Uhr eine 20-minütige Pause. Aber zum Schluss brach die Emotion Bahn. Zahlreiche Zugaben ließen das Konzert erst nach 23 Uhr enden. 

Seine Stimme und sein Auftreten sind ein Geschenk

Cohen, der in den 90er Jahren Zen-Meditation betrieb und zum Mönch ernannt wurde, ist wahrhafter Buddhist. Er verkörpert Achtsamkeit und Mitgefühl, auch auf der Bühne. Seine Stimme und sein Auftreten sind ein Geschenk für die Menschen. Mögen sie uns noch lange erhalten bleiben!

P.S. Im März 2009 erschien eine Aufnahme vom Konzert in der Londoner O2 Arena vom 17. Juli 2008 unter dem Titel “Live in London” als CD-Doppelalbum und Video-DVD.

Dagmar Koller und der Wechsel

Mittwoch, 26. August 2009

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Liebe Dagmar Koller,

die herzlichsten Glückwünsche zu Ihrem heutigen 70. Geburtstag! Mögen Ihnen nochmals 70 gesunde Jahre beschieden sein! Ihr fröhliches Wesen erfreut die Herzen vieler Landsleute. Für Marcel Prawy sind Sie “der einzige Musicalstar, den Österreich je hervorgebracht hat”. Aus Ihnen, der gebürtigen Kärntnerin, ist eine wascheche Wienerin geworden und die Menschen haben Sie gern. Sie hatten es zuletzt nicht leicht. Am 24. Oktober 2008 verstarb ihr Mann Helmut Zilk, auch ihre Mutter mussten Sie zu Grabe tragen. Das sind schwere menschliche Verluste.

Warum muss es der Albertinaplatz sein?

Es ehrt Sie, wenn Sie sich um den Nachruf Ihres Mannes sorgen. Schließlich hat sein Renommee nach dem Bekanntwerden der Spionagevorwürfe für den tschechischen Geheimdienst  gelitten. Nun möchten Sie, dass der Albertinaplatz nach dem ehemaligen Wiener Bürgermeister benannt wird. Warum tun Sie uns das an, Frau Koller? Nicht alle sind so glühende Verehrer Ihres Ex-Mannes wie Sie. Warum muss es gleich der Albertinaplatz sein? Es gibt doch schöne Straßen und Plätze in den Erweiterungsflächen der Stadt Wien, die sich geradezu nach einem prominenten Namen sehnen! Warum werden die von Ihnen nicht für würdig erachtet?

Bezirksvorsteherin Stenzel im Wechsel?

Wir haben Sie immer für eine Dame der feinen Gesellschaft gehalten. Aber wie Sie mit Ursula Stenzel, der Vorsteherin des Ersten Wiener Gemeindebezirks umgehen, irritiert uns. Nur weil die ehemalige EU-Abgeordnete vorgeschlagen hat, man könnte doch den Rathausplatz in Zilk-Platz umbenennen, vermuten Sie, Stenzel sei möglicherweise “im Wechsel” und sie habe einfach eine Schlagzeile nötig. Sie sind doch eine feine Dame, Frau Koller?

Pühringer fordert Reformen in der katholischen Kirche

Montag, 24. August 2009

puhringer1Oberösterreichs Landeshauptmann will rasche Änderungen beim Zugang zum Priesteramt. 

Herbe Kritik an der Führung der römisch-katholischen Kirche übt Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer in seinem Buch “Josef Pühringer - Was mir wichtig ist”, das morgen Dienstag, 25. September 2009, in Linz vorgestellt wird. Pühringer fordert in dem im Styria-Verlag erschienenen hard-cover massive Reformen. “…es muss sich in der katholischen Kirche einiges verändern”, damit sie ihren Auftrag erfüllen könne, “und der Veränderungsprozess muss rascher vor sich gehen”, sagt er auf Seite 165. “Die Kirche bekommt ein großes Problem, weil sie zu wenig Priesternachwuchs hat und im bestehenden Klerus nur einen verschwindend kleinen Prozentsatz unter 60 Jahren. Was man jetzt noch zum Teil organisatorisch regelt, indem Priester bis 80 Jahre arbeiten und indem einer drei Pfarren betreut, oder fünf, das wird nicht die Dauerlösung sein. Ich glaube auch nicht an die Dauerlösung, dass man einfach weltweit Priester verteilen kann. Es gibt Kulturkreise, die man nicht wegdiskutieren kann. Es gibt sehr fortschrittliche polnische Priester, es gibt auch sehr fortschrittliche afrikanische Priester. Aber das sind keine Dauerlösungen.”  

Pühringer kennt die Diözese besser als der Bischof

Pühringers Worte  sind insofern sehr bemerkenswert und von Gewicht, weil er praktizierender Katholik ist und überlegt hat, selbst Priester zu werden (Seite 13). Er besucht regelmäßig die Sonntagsmesse, hat ein gutes Verhältnis zu seinem Trauner Stadtpfarrer Wild, er war in der katholischen Jugend und lange Jahre Mitglied des Trauner Kirchenchores. Er war in seinem ursprünglichen Beruf Religionslehrer. Aufgrund seiner vielen Auftritte im ganzen Land kennt er die Situation der Diözese ganz genau. Wahrscheinlich kennt er sie sogar besser als der zugezogene Bischof Ludwig Schwarz. Zudem kennt er viele Priester persönlich.  Mit dem Ungenacher Pfarrer Friedl hat er das bischöfliche Gymnasium Petrinum besucht. Die katholische Aktion fördert er zum Besipiel insofern, als er die Frauenvorsitzende Margit Hauft als Vertreterin Oberösterreichs in den ORF-Stiftungsrat entsandt hat.

Kardinal König und Papst Johannes XXIII. sind Vorbilder

Der ÖVP-Landeshauptmann sagt in den von Hubert Feichtlblauer und Christine Haiden durchgeführten Interviews auch, von wem er wesentlich beeinflusst wurde (Seite 32). “Bei den Theologen würde ich Karl Rahner nennen. Natürlich auch Kardinal König, die ganze Bewegung rund um den Linzer Pastoraltheologen Ferdinand Klostermann und Otto Mauer, den Freund und Förderer vieler Künstler, und nicht zu vergessen den belgischen Kardinal  Joseph Cardijn, den Begründer der internationalen Katholischen Arbeiterjugend. Der hat mich mit seinem Dreischritt des Sehens, Urteilens, Handelns sehr stark geprägt.” Und Pühringer zitiert den Konzilspapst Johannes XXIII.

Pühringer im Gegensatz zu Bischof Schwarz

Pühringers Bekenntnisse stehen dem Kurs von Kardinal Christoph Schönborn und von Benedikt XVI. entgegen, ohne dass er sie namentlich kritisiert. Er steht damit auch in Kontroverse zum Linzer Bischof Schwarz, der erst kürzlich seinen Pressesprecher Ferdinand Kaineder, einen Freund Pühringers, abgesetzt hat.

Alice Schwarzer kritisiert Grüne Frauenpolitik

Montag, 24. August 2009

DEU Medien Frauen SchwarzerDie nordrhein-westfälischen Grünen werfen Schwarzer Nähe zur CDU vor. Schwarzer kritisiert Grünes Schweigen zur Prostitution und zur Rechtlosigkeit muslimischer Frauen.

Eine heftige Kontroverse um Frauenpolitik ist zwischen der Vorsitzenden der nordrhein-westfälischen Grünen, Daniela Schneckenburger, und der Galionsfigur der Frauenbewegung, Alice Schwarzer, ausgebrochen, berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Schwarzer habe sich als solche in der Vergangenheit Verdienste erworben, meint Schneckenburger. Nun erfülle sie aber ihre Funktion, kritische Stimme zu sein, immer weniger. Stattdessen habe sie es sich “im Vorhof der Macht” bequem gemacht. “Uns fällt stark auf, dass Alice Schwarzer sich in einem Maß mit der CDU arrangiert hat, das ihr eine kritische Haltung gegenüber der CDU-Politik und insbesondere auch gegenüber der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen unmöglich macht.”

Unrealistische Verklärung des Multi-Kulti-Modells

Schwarzer ließ mit ihrer Antwort nicht lange warten. Ihre Frauenzeitschrift “Emma” schlug zurück. Anscheinend halte Schneckenburger jede Feministin für unkritisch, die keine Wahlpropaganda für die Grünen mache “oder sich gar erdreistet, es sympathisch zu finden, dass auch mal eine Frau im Kanzleramt sitzt”. Auch sollten die Grünen ihr Schweigen zu Themen wie Bordell-Flatrate und (Zwangs-)Prostitution beenden. “Die Misere haben die Grünen führend mitverursacht, mit ihrer Verharmlosung, ja Propagierung der Prostitution”, so Emma. Mehr Engagement ist zudem für die Rechte der muslimischen Mädchen nötig.  ”Auch diese Misere haben die Grünen in Deutschland mitverursacht dank ihrer unrealistischen Verklärung des Multikulti-Milieus und Tolerierung der Rechtlosigkeit der Frauen.”

Crocs sind eine Beleidigung des guten Geschmacks

Samstag, 22. August 2009

DEU MODE SCHUHE CROCSCrocs heißen sie, diese unmöglichen Plastikschlapfen mit den Löchern. Sie sind ein Renner, fast jeder hat sie. Man trägt sie im Garten, zum Baden, zum Einkaufen, im Haus, etc. Es gibt sie in allen möglichen und unmöglichen Farben. Aber selbst auf die Gefahr hin, dass ich mich bei vielen unbeliebt mache, diese Crocs sind eine Beleidigung des guten Geschmacks.  Ich finde, wer Gummisteifel trägt, trägt Gummistiefel. Die sind praktisch, wenn es nass ist, braucht man sie. Aber Crocs, bitte sehr, was ist denn das? Ein Verschnitt von Gummistiefeln und Holzschlapfen? Ich weigere mich sie anzufassen, geschweige denn sie zu tragen.

Die Aktie fiel von 75 auf sieben Euro

Den Erfindern kann man kaum einen Vorwurf machen. Sie haben eigentlich nur daran gedacht, Schuhe für Wassersportler zu entwerfen. Deshalb wurden sie auch erstmals bei einer Bootsmesse präsentiert. Aber der schlechte Geschmack der Menschen verhalf ihnen zum Siegeszug rund um den Globus. Doch der Boom dürfte vorbei sein. Erzielte Crocs 2007 weltweit noch einen Gewinn von 168 Millionen Dollar, fuhr das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust von 185 Millionen Dollar ein. In den USA verringerte sich der Absatz um ein Drittel, in Europa brach er beinahe um die Hälfte ein. Zu Spitzenzeiten kostete die Aktie 75 Dollar, nun dümpelt sie bei knapp unter sieben Euro vor sich hin.

“An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen”

Freitag, 21. August 2009

leerekircheDie Konservativen sind mit ihrem Wendekurs gescheitert, wie die Kirchenstatistik für 2008 belegt.  

Ältere Semester werden sich noch an die Auftritte von konservativen Eiferern in den 80erJahren im Club 2 des ORF erinnern, als sie gegen den damaligen Wiener Erzbischof Franz Kardinal König wetterten, er mit seinem liberalen Kurs sei schuld am Niedergang der katholischen Kirche. Es wurden Grafiken mit nach unten gehenden Kurven der Katholikenanzahl gezeigt.  Mit gezielt konservativen Bischofsbestellungen durch die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. ist die Wende seit rund 20 Jahren vollzogen. Das Resultat: Mit 67 Prozent war der Katholikenanteil in Österreich noch nie so gering wie heute, wie die jüngst veröffentlichte Kirchenstatistik für 2008 belegt. Auch die Anzahl der regelmäßigen Gottesdienstbesucher ist mit 13 Prozent am Tiefpunkt.

Linz ist die beste von allen Diözesen 

Aber was passiert? Die Konservativen hinterfragen nicht ihr Treiben, sondern wollen auch die noch gut gehenden Diözesen wie Linz unter ihre Kuratel bringen. Linz liegt mit einem Katholikenanteil von 75 Prozent deutlich über dem Österreichschnitt. Sie hat die meisten Gottesdienstbesucher, sie spendet am meisten. Doch das hilft alles nichts. Engagierte Laien wie Pressesprecher Ferdinand Kaineder werden demontiert. Dabei ist es gerade das starke Mitwirken der Laien, das Linz so stark macht. Hier wurden die Beschlüsse des II. Vatikanums konsequent umgesetzt. Der Erfolg gibt diesem Kurs Recht.

Der Tiefpunkt ist noch nicht erreicht

“An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen”, heißt es im Neuen Testament. Die Früchte des II. Vatikanums in der Diözese Linz sind groß. Übermächtig groß im Vergleich mit den Ultrakonservativen, die sich aus Angst vor den Veränderungen der Welt, der Menschen und der Kirche mit beiden Händen an allem Althergebrachten klammern. Aber da sie noch immer das Sagen haben, wird es mit der Kirche weiter bergab gehen. Der Tiefpunkt ist noch nicht erreicht.