Es ist nicht die Aufgabe Österreichs, die Arbeitsmarktprobleme Anatoliens zu lösen

Soll es eine verstärkte Zuwanderung geben, wie das manche in ihren Leitartikeln oder beispielsweise die Industriellenvereinigung fordert? Die Bevölkerung sagt vermutlich nein, die Bundesregierung sagt ebenfalls nein. Der „Nationale Aktionsplan Integration“ setzt primär auf die Integration der hier bereits ansässigen Zuwanderer und wirkt restriktiv gegen Neuzuwanderung.
Deutschkenntnisse sind unabdingbar
Auch wenn die Grüne Opposition dagegen anläuft, der Vorschlag der Regierung ist in den Grundzügen richtig. Es wurde in den vergangenen 20 Jahren viel zu wenig für die Integration getan. Das muss sich ändern. Von jenen Familienmitgliedern, die im Familienzuzug (also Frauen und Kindern) zuwandern, Grundkenntnisse in der deutschen Sprache zu verlangen, ist überfällig. Ein gutes Bespiel ist die zweitgrößte oberösterreichische Stadt Wels. Es gibt dort viele Türken, die eine Türkin aus ihrer anatolischen Heimat heiraten, wie mir die Welser Sozialstadträtin berichtete. Häufig handelt es sich um von den Eltern arrangierte Ehen. Diese jungen Mädchen können natürlich kein Wort Deutsch. Auch in Österreich wird zu Hause kein Wort Deutsch gesprochen, die Kinder lernen nur Türkisch und kommen somit ohne Deutschkenntnisse in die Schule, wo die großen Probleme beginnen. Aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse haben sie schlechte Schulerfolge und in der Folge sehr schlechte Chancen am Arbeitsmarkt. Ein Teufelskreis, der durchbrochen werden muss.
Der österreichische Arbeitsmarkt wird überfordert
Die Wirtschaftslage ist nicht dazu angetan, die Einwanderung zu fördern. Die Arbeitslosigkeit steigt. Es ist nicht die Aufgabe Österreichs, die Arbeitsmarktprobleme Anatoliens zu lösen. Das schafft die Türkei schon alleine, es ist ein boomendes Schwellenland. Zudem dürfen wir nicht vergessen, dass 2011 die Arbeitsmarktbarrieren für die Osteuropäer fallen. Das heißt, dass die Arbeitnehmer jener osteuropäischen Staaten, die 2005 der EU beigetreten sind, in Österreich arbeiten dürfen. Da haben wir Herausforderung genug, um all diesen Menschen Arbeit und Brot bieten zu können.