“Mit Zwang lässt sich kein aufgeklärter Islam erreichen”

burka

Gegen ein gesetzliches Burka-Verbot, wie das in Frankreich eingeführt wird, spricht sich der katholische Publizist und Mitbegründer der “Plattform Christen und Muslime”, Heinz Nußbaumer, aus. In einem sehr klugen Kommentar für die Ö-1-Radiosendung “Religion aktuell” weist Nußbaumer, der frühere Pressesprecher von Bundespräsident Thomas Klestil, auf die Religionsfreiheit in Österreich hin und dass der Islam hierzulande seit beinahe 100 Jahren  gesetzlich anerkannt sei. “Jeder kann hier anziehen, was er will, solange er nicht dazu gezwungen wird und nicht die Rechte Anderer verletzt.”

Ein Anlaßgesetz ganz ohne Anlaß löst gar nichts

Das Tragen der Burka sei keine religiöse Forderung im Koran und im Unterschied zum Kopftuch sicherlich auch kein Symbol eines neuen Selbstbewusstseins junger muslimischer Frauen, sondern “zumeist ein schlimmes Relikt beduinischer Männergesellschaften, das sich hoffentlich bald überlebt”. Zugleich werde sie aber rasch zum “Kampfobjekt”, meint Nußbaumer, “wenn wir Nicht-Muslime es zu eienr Bedrohung hochstilisieren”. Niemand werde die Burka und die Unterdrückung von Frauen schönreden, aber ein Anlaßgesetz ganz ohne Anlaß “löst gar nichts”. Es belohne nur die politisch Falschen und frustriere die ohnehin Belasteten. Viele der im Westen lebenden Muslime - Frauen und Männer - würden unter hohem Zeitdruck einen schwierigen Prozeß der Selbstfindung in der westlichen Zivilisation durchlaufen und seien Tag für Tag in ihren Traditionen und alten Sicherheiten bedroht.

Verbot treibt die Betroffenen in die Isolation

Wer diesen Prozeß - etwa durch ein Burka-Verbot - von außen abkürzen wolle, der sei schlecht beraten und würde “die wenigen Betroffenen noch mehr in die Isolation treiben, aber viele ihrer Glaubensbrüder und Glaubensschwestern in eine fatale Solidarität zwingen. Nußbaumer plädiert für Geduld, “denn mit Zwang lässt sich kein aufgeklärter Islam erreichen”. Und er weist darauf hin, dass er Burka-Trägerinnen - außer bei Touristinnen und in den Medien - in Österreich kaum je gesehen habe.

Eine Antwort zu ““Mit Zwang lässt sich kein aufgeklärter Islam erreichen””

  1. lisa sagt:

    Veilleicht sollten Sie, Herr Ertl, mal die Menschenrechte über die Befindlichkeiten von Männern aus “beduinischen Männergesellschaften setzen.

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