Die Kirchenaustritte treffen die Falschen

Endlich! Nun gibt es in der römisch-katholischen Kirche die ersten personellen Konsequenzen. Der Bischöfe von Augsburg und Brügge sind zurückgetreten, weiters ein irischer Bischof. Die Plattform „Wir sind Kirche“ erwartet sich vom Vorarlberger Oberhirten Elmar Fischer ebenfalls den vorzeitigen Abgang. Seine Verteidigung der “g’sunden Watsch’n” und seine Äußerung, dass Homosexualität heilbar sei, haben für manche das Fass zum Überlaufen gebracht.
Austritte führen zu finanziellen Einschnitten
Die Kritik an Papst Benedikt XVI. ist nach seinem Malta-Besuch etwas abgeklungen. Er soll bei seinem Treffen mit den Missbrauchs-Opfern Tränen in den Augen gehabt haben. Neben dem Image-Schaden sind für die Kirche die vielen zusätzlichen Austritte ein Problem. Denn das Geld fehlt an allen Ecken und Enden. Allein in Oberösterreich haben ihr mehr als 5000 Personen von Jänner bis März den Rücken gekehrt. Österreichweit sind die Austritte im ersten Quartal 2010 gegenüber 2009 um rund 40 Prozent auf 30.000 gestiegen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren „nur“ 21.100.
Bei den Laienmitarbeitern wird gespart
Auch wenn es unmittelbar keine Kündigungen gibt, müssen die Diözesen langfristig beim Personal einsparen. So hat sich in der Erzdiözese Wien die Zahl der Laien innerhalb der letzten zehn Jahre von 803 auf 705 reduziert. Auch die Zahl der Priester ist zurückgegangen: von 788 auf 731. Die Austritte treffen eigentlich die Falschen. Denn die Austretenden wollen Reformen, die die Laienmitarbeiter (das Bild zeigt Pastoralreferenten) auch wollen. Ihre Posten werden aber aufgrund des Geldmangels reduziert.
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