Griechische Tragödie

papandreou

Rund 135 Milliarden sind es, die die Griechen bis 2012 benötigen, um eine Staatspleite zu verhindern (das Bild zeigt Minsiterpräsident Papandreaou). Vorerst. Wahrscheinlich werden es mehr werden. Ihre Verschuldung lässt die EU in ihren Grundfesten erschüttern. Denn warum sollen die Bürger anderer EU-Länder wie zum Beispiel die Deutschen und Österreicher zahlen, wenn die Griechen jahrelang über ihren Verhältnissen gelebt haben?

Der gesamte Süden Europas ist eine griechische Tragödie

Aber Griechenland ist nicht allein. Die internationalen Rating-Agenturen haben die Kreditwürdigkeit von Spanien und Portugal herabgestuft. Wird aus dem gesamten europäischen Süden eine griechische Tragödien? Erleben wir auch dort griechische Verhältnisse? Wie ernst die Situation ist, hat das gestrige Gipfeltreffen von Dominique Strauss-Kahn, dem Chef des Internationalen Währungsfonds, und Jean-Claude Trichet, dem Chef der Europäischen Zentralbank, in Berlin gezeigt.

Die Deutschen zahlen wieder einmal für Europa

Die Deutschen zahlen wieder einmal für Europa. Die griechische Krise kostet sie ein Drittel mehr als die Franzosen. Deutschland rettet auch Frankreichs Banken. Die französischen Banken halten für 51 Milliarden Euro griechische Staatspapiere, Deutschlands Banken für 31 Milliarden. Hans Werner Sinn, Präsident des ifo-Institutes in München, sagt ganz klar, die Deutschen und damit auch die Österreicher einen erheblichen Teil ihres Geldes nicht wiedersehen werden.

Geschwächte Nationalstaaten, gestärkstes Brüssel

Die Folgen der griechischen Pleite sind ganz klar. Entweder die anderen europäischen Staaten zahlen. Das werden sie aber nur tun, wenn sie ganz massiv in die nationalen Haushaltsbudgets eingreifen können. Diese verlieren ihre Autonomie und müssen die Bedingungen der Geldgeber akzeptieren. Oder Staaten wie Griechenland, Spanien und Portugal scheiden aus dem Euro-Raum aus, führen wieder eigene Währungen ein, die sie sogleich abwerten.  Derzeit läuft die Entwicklung in Richtung Eingriffe in die nationalen Budgets. Damit werden Europa und Brüssel stärker und die Nationalstaaten schwächer.

 

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