WM-Schiedsrichter Webb: War geistig und körperlich aufgelöst

Der englische Schiedsrichter Howard Webb hat das WM-Finale zwischen Spanien und den Niederlanden mit einem Höllenritt verglichen. „Das waren die schwersten zwei Stunden meiner Laufbahn“, sagte Webb der englischen Tageszeitung „Daily Mail“, die Spanien in der Verlängerung mit 1:0 gewann.
Er war zu milde
Webb musste zwölf Gelbe Karten zeigen, einmal sogar Gelb-Rot. Das war Rekord in einem Endspiel. Der Engländer zeigte sich nach dem Match „körperlich und geistig aufgelöst“. Obwohl er so viele Karten gezeigt hat, war er dennoch zu milde. Er hätte von Anfang an hart durchgreifen müssen. Zum Beispiel, als Nigel de Jong mit seinem Bein mit voller Kraft gegen den Brustkorb von Xabi Alonso getreten ist.
Holländer setzten auf Fouls
Die Spanier setzten die Holländer von Anfang an unter Druck, diese wussten sich nicht anders als mit Fouls zu helfen. Nur so konnten sie den spanischen Spielfluss stören. Doch selbst die vielen Fouls konnten die Niederländer nicht wirklich ins Spiel bringen. Der Sieg der Spanier war mehr als gerechtfertigt. Hätte Holland gewonnen, wäre das eine Niederlage für den Fußball gewesen.
Schlechte Schiedsrichterleistungen
Auch wenn Howard Webb zu milde war, so hat er doch das Finale halbwegs über die Bühne gebracht. Diese WM in Südafrika war vor allem von den schlechten Schiedsrichterleistungen überschattet. So zum Beispiel durch das nicht gegebene Tor von England gegen Deutschland oder das klassische Abseitstor von Argentiniens Carlos Tevez gegen Mexiko. Weiters gab es viele falsche Abseitsentscheidungen.
Qualität und Erfahrung haben Vorrang
Für diese schwachen Schiedsrichterleistungen trägt die FIFA die Verantwortung. Es hat keinen Sinn, aus falsch verstandenem Gutmenschentum Schiedsrichter aus aller Herren Länder heranzuziehen, denen die Qualifikation und die Erfahrung fehlt. Natürlich muss die Besetzung eine internationale sein, doch die Qualität geht vor. Zudem hat die WM die Notwendigkeit der Einführung des Videobeweises deutlich aufgezeigt.