Ja zu qualifizierter Zuwanderung

Einen gewagten Vorstoß hat Außenminister Michael Spindelegger mit seiner Forderung nach 100.000 Zuwanderern unternommen. Bei näherer Betrachtung und Überlegung hat der ÖVP-Politiker Recht. Aufgrund der gesunkenen Geburten benötigt Österreich Nachwuchs, um die sozialen Systeme von Sozial-, Gesundheits- und Pensionsversicherungen und damit seinen Wohlstand halten zu können.

Zuwanderung ist dann sinnvoll, wenn die Menschen, die aus dem Ausland kommen, auch einen Arbeitsplatz finden. Dafür sind Sprachkenntnisse und Qualifikation erforderlich. Es wird nicht einfach sein, qualifizierte Arbeitskräfte zu bekommen, denn diese Menschen sind auch in ihren Heimatländern sehr gefragt. Wer verlässt schon freiwillig die Heimat, wenn es nicht unbedingt sein muss?

Ein erster Schritt wäre die Abschaffung jener Übergangsklausel, die Menschen aus den der EU 2005 beigetretenen Ländern bis 2012 untersagt, hier in Österreich zu arbeiten. Die Integration dieser Menschen wäre kein Problem, da sie aus dem europäischen Kulturkreis kommen. Man wird sehen, wie viele tatsächlich einwandern wollen, da wir sehr spät dran sind. Die Engländer haben  im Gegensatz zu Österreich und Deutschland ihren Arbeitsmarkt für die Menschen aus Osteuropa sofort geöffnet. Sehr viele Polen haben diese Chance genutzt und verdienen gutes Geld auf dem Inselstaat. Die wirklich guten Leute haben wahrscheinlich schon in anderen Ländern ihren Arbeitsplatz gefunden.

Die Zuwanderung wirft natürlich noch tiefergehende Fragen auf. Warum fehlt es unserer Gesellschaft an Nachwuchs? Was sind die Gründe für die geringe Geburtenrate? Die Verhältnisse der postindustriellen Gesellschaft können es alleine nicht sein. Denn Frankreich und die nordischen Staaten haben genügend Nachwuchs. Die Qualität einer Gesellschaft misst sich auch an ihrer Kinderfreundlichkeit. Offensichtlich haben wir hier ein Problem. Das kann auch durch Zuwanderung nicht gelöst werden.  

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