Portugal setzt auf Angola

angola

Die Portugiesen machen es vor, die anderen EU-Länder sollten sich an ihnen ein Bespiel nehmen. Portugal setzt die Hoffnungen auf seine ehemaligen Kolonien. In Brasilien sind portugiesische Unternehmen schon länger aktiv, nun konzentriert es sich auf das südwestafrikanische Angola (siehe Karte oben).

Zweistellige Wachstumsraten

Während sich die EU mühsam aus der Rezession kämpft, weist Angola zweistellige Wachstumsraten auf. Angola ist mittlerweile Portugals wichtigster Handelspartner außerhalb Europas. 2009 machten die Geschäfte mit der ehemaligen Kolonie bereits sieben Prozent der portugiesischen Gesamtexporte aus. Um die Beziehungen zu festigen, besuchte Portugals Präsident am vergangenen Wochenende die angolanische Hauptstadt Luanda. Er wurde von einer 80-köpfigen Wirtschaftsdelegation begleitet. Das 13 Millionen zählende Land ist seit 1975 von Portugal unabhängig.

Viele Bodenschätze

Die „New York Times“ berichtet, Portugal habe seinen Fokus von Brasilien nach Angola verlagert, da auf dem südamerikanischen Markt die heimische Konkurrenz bereits sehr groß ist. Konkurrenz hat Portugal auch in Angola. Vor allem China versucht, wirtschaftlich Fuß zu fassen. Denn Angola verfügt über enormen Rohstoffreichtum: Erdöl, Diamanten und andere Bodenschätze wie Uran. 2008 verdrängte Angola Nigeria vom Platz eins unter den afrikanischen Erdölproduzenten.

Europa soll die Beziehungen zu den ehemaligen Kolonien intensiveren

Es ist hoch an der Zeit, dass sich die europäischen Länder um ihre ehemaligen Kolonien annehmen. Afrika ist beispielsweise im Vergleich mit Asien unterentwickelt. Dabei verfügt der Kontinent über enormes Potential. Zum einen über Bevölkerungsreichtum, zum anderen über viele Bodenschätze. China hat das Potenzial schon lange erkannt und engagiert sich enorm. Sie wollen Afrikas Bodenschätze und gleichzeitig sehen sie einen großen Absatzmarkt für ihre Billigprodukte. Europa muss Afrika neu begegnen. Auf gleicher Ebene, von Angesicht zu Angesicht. Die Zeiten, wo die ehemaligen weißen Kolonialherren auf die Schwarzen herabgeblickt haben, sind vorbei. Es ist Zeit für neue Partnerschaften. Europa hat das Wissen, die Technologie und das Kapital, Afrika die Ressouren. Verbindungen zwischen den ehemaligen Herren und den Knechten sind noch da. Sie sollten aktiviert werden, aber auf partnerschaftliche Weise. Afrika braucht für seine Entwicklung starke Partner, Europa neue Märkte, um Wachstum zu generieren. Europa sollte höchstes Eigeninteresse an einer gedeihlichen Entwicklung Afrikas haben. Die Afrikaner sollten Arbeit und Brot zu Hause verdienen können statt auf abenteuerliche und lebensgefährliche Fahrten über das Meer nach Europa zu setzen.

Beide können profitieren

Es läge eine win-win-Situation vor. Afrika und Europa sollten sie nutzen. Die Portugiesen zeigen es mit Angola, wie es geht. Die wirtschaftlichen Interessen gehen nicht nur in eine Richtung. Denn mittlerweile besitzen Angolaner bedeutende Anteile an portugiesischen Banken und anderen Unternehmen, etwa auf dem Energiesektor.  

Hinterlasse eine Antwort