Bischöfe fordern Reformen ein

Der scheidende burgenländische Bischof Paul Iby (Foto: kleinezeitung.at) fordert Reformen in der katholischen Kirche. In einem Interview mit der katholischen Wochenzeitung „Die Furche“ betont er, in den letzten Jahren hätten hier Auseinandersetzungen begonnen, „denen wir uns nicht verschließen können“.

Iby nahm auch zu den jüngsten Vorschlägen des 91-jährigen brasilianischen Bischofs Dom Clemente Isnard (Bild) Stellung, der im Wesentlichen drei Reformpunkte einmahnt: Erstens einen neuen Modus der Bischofsbestellungen und die Notwendigkeit, daran Laien zu beteiligen. Zweitens Änderungen bei der Lebensform der Priester einschließlich des Pflichtzölibats. Drittens die Stellung der Frau in der Kirche. Iby dazu: „Dom Clementes Vorschläge sind mutig. Ich glaube, dass dieser Bischof in seiner Weisheit des Alters nicht persönliche Probleme, sondern Probleme der Kirche, die ihn bewegen, formuliert hat.“  ÂÂ
Sein Amt als Bischof und die damit verbundene Mittlerrolle zwischen Rom und Heimatdiözese beschrieb Iby als „Sandwich-Position“. „Vor allem, wenn ich das Beharren auf Tradition von Rom, dass ehr stark ist, hernehme, und auf der anderen Seite brodelt es an der Basis, wegen dieser Fragen.“ Aber es wäre schade, „wenn es hier zu Spaltungen käme“. Die auf dem Tisch liegenden Fragen und Anliegen der Basis „müssen bearbeitet, diskutiert und entscheiden werden“.