Kinder sind ein Glück und keine Belastung
Schlecht schauen wir aus. Europas Länder sitzen auf einem Berg von Schulden, die Zahl der Geburten sinkt seit Jahrzehnten. Die Sozialsysteme geraten in Schieflage, weil es zu wenig Einzahler und zu viele Nutznießer geben wird. Als Mittel dagegen wird die Zuwanderung gehandelt. Sie kann das Problem des Geburtenmangels nur abschwächen, aber nicht lösen. Kaum ein Politiker traut sich auszusprechen, dass unsere Gesellschaften wieder mehr Kinder brauchen. Das Gift des Nationalsozialismus wirkt heute noch nach, das die Produktion von möglichst vielen arischen Kriegern pries. Als meine Großmutter das zehnte von insgesamt 14 Kindern geboren hatte, verliehen ihr örtliche Funktionäre das Mutterkreuz. Sie äußerten das Begehr, es sollte doch mit dem Vornamen Adolf heißen. Meine Großeltern lehnten diesen Wunsch ebenso ab wie den, das Kreuz in der Stube abzuhängen.
Kindern das Leben zu schenken, ist die höchstpersönliche Entscheidung der Frau bzw. des Paares. Damit Frauen das tun können, brauchen sie die Sicherheit, für den Nachwuchs sorgen zu können. Frauen sind heute hoch qualifiziert, sie wollen ihr Potenzial leben. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist der Dreh- und Angelpunkt. Wer für eine berufsfreundliche und umfassende Kinderbetreuung sorgt, kann sich über viele Geburten freuen. Das lässt sich an Frankreich und den nordischen Staaten studieren. Je katholischer ein Land ist, umso weniger Kinder werden geboren.
Kinder sind ein Glück und selten eine Last. Das sieht man an den Mehrkinderfamilien, die mit wenig Geld auskommen müssen und trotzdem glücklich sind.