Schablonenhaftes Verhalten verdeckte die Unsicherheit

erich

 Je stärker der Machtanspruch Erich Haiders wurde, umso schablonenhafter erschien er.

“Er war nicht mehr er selbst. Früher, als er noch Landesrat war, war er sehr nett und zuvorkommend. Aber seit dem Zeitpunkt, als er sich in den Kopf gesetzt hatte, Landeshauptmann zu werden, war er zwanghaft und verbissen.” Mit diesen Worten schildert die Gattin eines hohen ÖVP-Politikers die Entwicklung des zurückgetretenen oberösterreichischen SPÖ-Vorsitzenden Erich Haider. “In seinem innersten Wesen ist Haider nämlich in sympathischer Weise unsicher.” Daraus sei dann leider ein schablonenhaftes Verhalten geworden.

Viele sahen in ihm den Wadlbeißer

Haider war eine zweigespaltene Persönlichkeit. Privat sehr nett und zuvorkommend, im politischen Auftritt rechthaberisch und nicht kompromissbereit. Diese kompromisslose Haltung wurde ihm auch bei der Wahl zum Verhängnis. Sie führte zum Nein-Sager-Image, eine Figur, die nicht gut ankommt. Sie ließ die Sympathiewerte des ÖVP-Gegners Josef Pühringer hochschnellen und die Haiders in den Keller sinken. Wadlbeißerei ist bei den Wählern nicht gefragt.

Der junge und zugleich neue Haider wird aufleben

Was ihn sympathisch machte, war sein Eintreten für die kleinen Leute. Dort fühlte er sich am wohlsten, in der SP-Basis war er akzeptiert. Es störte dort auch niemand seine ab und zu linkische Haltung, man verstand das. Er war einer von ihnen. Mit dem Rücktritt hat der 52-Jährige nun eine Last von seinen breiten Schultern abgeworfen, die er sich in den vergangenen Jahren selbst aufgebürdet hat. Vor einem Jahr hätte er Minister in Wien werden können. Er lehnte ab, er wollte es in Oberösterreich wissen. Er hat verloren. Nun kehrt er in die LINZ AG zurück. Dort kann er seine Liebe zur Technik und sein ganzes technisches Können umsetzen. Er wird frei sein und Erfüllung finden. Die Mitarbeiter werden dort den jungen und zugleich neuen Erich Haider erleben.

Hinterlasse eine Antwort

*